H - Århus - MOMU (Moesgård Museum)     -     Letztes Update 29.10.2025

 


 


Das Herrenhaus Moesgård liegt in den Wäldern südlich von Århus und war seit 1970 Sitz des Prähistorischen Museums (Forhistorisk Museum Moesgård). In unmittelbarer Nachbarschaft wurde zum 11.10.2014 der spektakuläre Neubau des Museums - das MOMU - eröffnet.

 

Vom höchsten Punkt des Gebäudes sind es ca. 21m bis zum Erdboden!    Momu_vu.jpg (90425 Byte)    Momu_Eingang.jpg (84190 Byte)


Der Internetauftritt des Museumneubaus findet sich hier

Die Eintrittspreise finden sich hier

Die Öffnungszeiten finden sich hier

Infos zum Gebäude / der Landschaft finden sich hier

Anschrift:

Moesgaard Museum

Moesgård Allé 15
8270 Højbjerg

GPS-Daten 56.088716 10.223502 - oder - 56°05'19.4"N 10°13'24.6"E - z.B. via Google Maps - Bildmaterial auf dem neuesten Stand, per Streetview - sogar über Waldwege - alles abfahrbahr!
E-Mail: moesgaard@moesmus.dk
   

    


Das wikingerzeitliche Aros ist über die steile Treppe im Foyer nach unten zu erreichen.

Man wird zunächst gebeten einen Gegenstand aus der damaligen Zeit auszuwählen, diesen an sich zu nehmen und mit diesem als Begleiter durch die Ausstellung zu schreiten. Danach trifft man auf verschiedene Personen (ich glaube es waren sechs, recht lebensechte Gestalten), die zur damaligen Zeit in Aros lebten. Der anschließende Bereich stellt augenscheinlich einen Ausschnitt der wikingerzeitlichen Stadt Aros um das Jahr 950 dar. In der Siedlung finden sind nun verschiedene Ausstellungsstücke in mehreren Vitrinen. Ein durch einen Brand zerstörtes Haus eines Zimmermanns, aufgrund der Runenritzung in einem Kamm vermutlich ein Mann namens "Hikuin", aus der Zeit um 950 konnte im Bereich des heutigen Skt. Clemens Torv ausgegraben und erforscht werden. Zahlreiche Werkzeuge, Textilreste, Haushaltsgegenstände u.a. finden sich dazu in einer großen Vitrine. Außerdem findet sich ein größeres, original gesichertes Grabungsschnittprofil, mit dem ältesten Wall um 934. Durch ein Stadttor verlässt man danach die Stadt und betritt die weite Welt der Wikinger. In einzelnen Abschnitten werden die Regionen York / Kaupang / Byzanz / Wolga / Mecklenburg / Ingelheim (darin der Thron Karls des Großen)aufbereitet. 

Innerhalb der Ausstellung sind auch die insgesamt 7 Runensteine aus der früheren Runensteinhalle überführt und aufgestellt worden. 

Um ganz ehrlich zu sein - sicherlich alles nach neuesten Erkenntnissen und Konzepten gestaltet - aber mir hat es - 04. Juni 2015 - nicht wirklich gefallen! Alles viel zu dunkel gehalten mit spärlicher Beleuchtung auf die Ausstellungsstücke. Von daher nur schwer erkennbar, zudem kleine Beschriftung und alles immer mit Schatten belegt. Manche Vitrinen sind dazu sehr nah am Erdboden installiert, so dass man fast auf die Knie gehen muss, um etwas erkennen zu können. Es sind zwar auch immer Sitzbänke zwischen den Objekten aufgestellt, aber irgendwie war ich wirklich sehr schwer enttäuscht! Fast hätte ich auch noch den Runenstein "Arhus 1" verpasst, der versteckt aufgestellt ist (2022 habe ich ihn dann verpasst!).

Ich dachte mir zunächst, dass ich vielleicht einfach nochmal vorbeischauen muss, um auf den Geschmack zu kommen. NEIN, bei meinem zweiten Besuch am Mittwoch, 08.06.2022, empfand ich es nicht anders. Die Ausstellung müsste man viel besser/heller präsentieren!


Unterhalb des neuen Museums befindet sich die Nachbildung der Stabkirche von Hørning/Jütland in der Nähe von Randers. Am umlaufenden oberen, äußeren Fries findet sich eine Schnitzerei im Urnes-Stil. Darüber kann die Kirche auf ca. 1060 datiert werden. Ein Stück des sogenannten Hammerbandes fand sich im Original im Füllmauerwerk des Ostgiebels der Steinkirche in Hørning. Die heutige Bemalung ist an eben diesem Fundstück angelehnt, das sich heute im Nationalmuseum in Kopenhagen befindet.

Der Nachbau, der sich ansonsten nur an dem Grabungsbefund (Pfostengrundriß - Saalbau 6 x 4,5m) orientieren konnte, zeigt einem eindrucksvoll das Aussehen der frühesten Kirchen in Dänemark. Offiziell wurde das Christentum in Dänemark um ca. 965 durch Harald Blauzahn (*um 910 - †01.11.985/86) eingeführt.

Seit Herbst 2003/2004 steht nun auch ein Glockenturm vor der Stabkirche. Die passende Glocke wurde 2005 nach einem alten überlieferten Verfahren des Mönchs Theophilus aus Bronze gegossen und hängt seither im Glockenturm.

Stabkirche_vom_Museum_aus.jpg (109482 Byte)    Stabkirche-2.jpg (181078 Byte)    Stabkirche-1.jpg (135735 Byte)    Stabkirche-3.jpg (122810 Byte)    Stabkirche-4.jpg (102965 Byte)

Die Bilder können durch einen Mausklick vergrößert dargestellt werden.

Früher standen direkt unterhalb der Stabkirche noch andere Gebäude, so z.B. ein Grubenblockhaus und das sogenannte "Haithabu-Haus", mit einer Grundfläche von 12 m x 5,5 m, das auf 870 datiert werden konnte. Die sind heutzutage nicht mehr an ihrem Platz und wurden wohl mit der Zeit marode und deshalb abgerissen.

Ein Dia, das ich am 10.08.1991 im Forhistorisk Museum Moesgård aufgenommen und durch abfotografieren am Leuchtpult selbst digitalisiert habe.


Im Rahmen meiner 2022er Jütland Wikinger Tour war ich am Mittwoch, 08.06.2022, wieder vor Ort. Diesmal ging es mir aber hauptsächlich um die Sonderausstellung "RUS - Vikinger i øst", die vom 22.01.2022 bis zum 11.09.2022 stattfand.

Diese Ausstellung, zu der es im Shop vor Ort den Katalog "RUS - Vikinger i øst" für 265 DKK (ca. 35,50 €) gab, empfand ich im Gegensatz zu der permanenten Ausstellung als wirklich sehr gelungen!

Bei meinem Besuch konnte ich diese Fotos aufnehmen:

                                       

                                 


Am letzten Wochenende im Juli - in 2025 war es zw. dem 25. bis 27.07. - findet alljährlich bereits seit 1977 das traditionelle Wikingertreffen am Strand von Moesgård statt. Der Wikingertreff wird von einer kleinen Gruppe aus Vertretern lokaler Vereine und des Museums vorbereitet und dauert an beiden Tagen von 10 bis 17 Uhr. Es gibt u.a. eine grandiose Show der vielen Freizeit-Krieger aus zahlreichen Ländern mit ihren Waffen und Pferden. Über diesen Link kann man eine Karte abrufen, die - in dänisch und englisch beschriftet - die einzelnen Bereiche des Wikingertreffens unmittelbar am Strand zeigt. Leider kostet das Festival pro Tag Eintritt in Höhe von 180 DKK (= ca. 24 €). Die Eintrittskarte berechtigt aber auch jeweils zum Museumsbesuch. Über die Museums Webseite kann man sich einen knapp einminütiges VIMEO Video zum 2023er Treffen anschauen.

Die vormalige Ausstellung "Rus - Vikinger i øst" kann inzwischen als digitale Ausstellung in 3D von zu Hause aus erlebt werden. Sie war eine der meistbesuchten Sonderausstellungen des MOMU mit über 2000 Objekten aus der Wikingerzeit als Leihgabe unter anderem aus Museen in der Ukraine, Schweden, Polen und Litauen.


Im Museum sind auch die nachfolgenden 7 Runensteine ausgestellt, 

die vormals in der Runenhalle des alten Moesgård Museums standen:


Århus 1

Listennummer : DR 63 / DK MJy 74 


Transliteration:  ...R : þigsla : ... | ...n : þąnsi : i-... | ...R : ąmuta : ... | ...s : ua-(-) : (-)u... | ...(t) : hiþabu ...


Der Stein wurde erstmals durch Ole Worm (*13.05.1588 - †31.08.1654, Arzt, Universalgelehrter und der Begründer der Runologie)

    Bildquelle: Digitale Sammlung der Königlichen Bibliothek Kopenhagen - Lizenz: Public Domain

im Jahre 1650 erwähnt, als er ihn, zu einem Quader zurechtgehauen, im Kreuzgang, der von der Frue Kirche zum Kloster in Århus führte - nicht weit von der Tür des Arkadenganges - vorfand. In seinem Werk "Additamenta ad Monumenta Danica" (Ergänzungen zu den dänischen Denkmälern) brachte er im Jahre 1650 auf der S. 19 diese Zeichnung des Runensteins von Laurids Christensen Bording (*ca. 1617 - †20.03.1675, Historiker). Dort heißt es auf der S. 20: "In ipsa urbe [Århus] cænobium est D. Virgini olim consecratum, in cujus porticu, qua im templum itur, non procul a janua muro insertum visitur lapidis fragmentum, ita ut dimidia ferme pars terra et pavimento tegatur..." - Übersetzung: "In der Stadt [Århus] selbst befindet sich ein früher der Jungfrau Maria geweihtes Kloster, in dessen Vorhalle, auf der wir zum Tempel gehen, unweit der in die Mauer eingelassenen Tür ein Steinfragment zu sehen ist, das etwa zur Hälfte bedeckt ist mit Erde und Boden."

Dieses Werk von Ole Worm findet sich heute auch noch in einem anderen Werk von ihm mit dem Titel (Runir) seu Danica literatura antiqvissima" (Runen: die älteste dänische Literatur) als Anhang (Seite 19).

  

Allerdings ist das Runenstein Bruchstück - gegenüber der Aufstellung im Museum - hier auf den Kopf gestellt gezeichnet.


In dem lateinischsprachigen Werk "Olai Wormii et ad eum doctorum virorum epistolae. Tomus II" aus dem Jahr 1751 findet sich auf der S. 856 ein Eintrag mit der Überschrift "DCCCX - Olaus Wormius - Laurentio Bordingio". Bei dem folgenden Text handelt es sich um einen Brief , den Ole Worm an Laurids Christensen Bording schrieb. Darin führt er u.a. aus: "Difficulter admodum ex Arhusiensi nos extricaverimus cum fragmentum saltem sit superiori & inferiori parte mutilum." - Übersetzung: "Nur recht schwierig werden wir den Aarhus-Stein handhaben können, da er nur ein Fragment ist, das den oberen und den unteren Teil verloren hat."

Der Brief endet mit dem Datum 11. Januar 1643, woraus man schließen kann, dass der Runenstein kurz zuvor gefunden wurde, zumal er keinen Eingang in das 1643 erschienene, epochale Werk von Ole Worm - "Danicorum Monumentorum libre sex" (Dänische Denkmäler in sechs Büchern) mehr fand.

Dieser Brief findet sich auch aus dem Lateinischen in die dänische Sprache übersetzt bei "Breve til og fra Ole Worm, Band 2, 1637-1643, Nr. 622-1178, übersetzt von H. D. Schepelern, 1967" auf der S. 420-21 (S. 427-28 in der pdf Datei).

In dem Brief wird auch der u.a. Runensteinfund von Vejlby angesprochen.


Der Runenstein sollte aufgrund einer königlichen Verfügung vom 9.2.1652 nach Kopenhagen versandt werden (siehe: Nordisk Tidsskrift for Oldkyndighed, Band 1, 1832, S. 325). Dort heißt es: "...Jylland. Erik Roſenkrands til Havreballegaards Lehn; Aarhuus⸗Stenen...". Dieser Anweisung kam man in Aarhus, wie andernorts auch, jedoch nicht nach. Seitens Kopenhagen wurde nicht nachgehakt, da dort 1654 die (Beulen)Pest ausbrach, was auch Ole Worm noch im gleichen Jahr den Tod brachte.


Peder Hansen Resen (*17.06.1625 - †01.06.1688, Jurist und Historiker)

    Bildquelle: Wikipedia - Lizenz: Public Domain 

Er hat mit dem von ihm über 20 Jahre gesammelten Material das großartige Werk "Atlas Danicus", bestehend aus letztlich 39 Folianten, geschaffen. Nur geringe Teile wurden aber schon zu seiner Lebzeit gedruckt. Die Folianten wurden wenige Jahre nach seinem Tod 1692 an die Königliche Bibliothek Kopenhagen übergeben. Aufbewahrt wurden sie auf dem Dachboden der Trinitatis Kirche. Dort wurden sie fleißig studiert, abgeschrieben und zeitweise ausgeliehen. Leider wurde dann ein Großteil davon beim Kopenhagener Großbrand 1728 zerstört. Es hat sich neben einigen Originalseiten - siehe Arnamagnäanische Sammlung - AM 359 fol. / AM 360 fol. / AM 361 fol. und AM 362 fol. (digitalisiert) - nur eine (verkürzte) Abschrift und außerdem Kupferstiche von etwa 200 Städteansichten aus der Vogelperspektive erhalten. Originale dieser „AM 359/360/361 fol“ sind über die Universität Kopenhagen - Institut for Nordiske Studier og Sprogvidenskab (NorS) - AM 359 fol / AM 360 fol / AM 360 fol (Karten) / AM 361 fol - in sw abrufbar. Eine zweite (verkürzte) Ausgabe war von Vincent Lerche (*04.04.1666 - †28.07.1742, Jurist, Architekt) beauftragt worden, diese wurde aber beim Brand von Schloss Christiansborg im Jahr 1794 vernichtet.

In der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen wird seit 1803 in der Sammlung Uldall (186 folio) diese einzige verbliebene Ausgabe, die in den 1750er Jahren durch den Hofbaumeister Laurids de Thurah (*04.03.1706 - 06.09.1759) aus verstreuten Resten des Atlas Danicus in 7 Bänden rekonstruiert worden war, aufbewahrt:

"P. J. Resenii Atlas Danicus s. Descriptio Regni Daniæ, continens tabulas accuratissimas Daniæ geographicas etc. 7 Voll. (Dette Exemplar har tilhørt Geheimeraad Grev A.G. Moltke, og er det eene af de 2 reenskrevne Exemplarer, som haves af dette Værk, hvorom Kof. Ancher handler i sin Lovhistorie T. 2 pag. 384-392. Deri er mange Tegninger over Øerne, Stæderne og Monumenter)." 

Wie diesem Titel zu entnehmen ist, gehörte dieses Exemplar vormals Adam Gottlob Graf von Moltke (*10.11.1710 - †25.09.1792, Staatsmann, Diplomat). Nach dessen Tod erwarb Herman Treschow (*11.12.1739 - †02.05.1797, Professor für Theologie, Pfarrer) diese Ausgabe. Peter Uldall (*29.06.1743 - †11.11.1798, Jurist, Theologe) wiederum kaufte sie  für 170 Rigsdaler (Rigsdaler zu 24 Skilling - damals 1 ½ Mark) nach dessen Ableben. Er hatte aber nicht lange Freude daran, denn er starb ein Jahr später an einem Schlaganfall. Sein Sohn, Justizrat W. A. Uldall, schenkte diese Ausgabe der Kgl. Bibliothek im Jahr 1803, wo dieses großartige Werk noch heute verwahrt wird (Ein Band hat übrigens die Größe H/B/D von 40 cm x 29,5 cm x 9,5 cm).

Im Atlas VI. ist auf der Seite 530 ein Eintrag / Zeichnung vom Runenstein enthalten, die ich am 28.09.2022 vor Ort fotografieren durfte.

       

Übersetzung des lateinischen Textes - unter Zuhilfenahme von "Resens Atlas, Århus Stift, udgivet med dansk tekst ved Helge Søgaard, 1967, S. 81":

"In der Stadt gibt es auch ein Kloster, das früher der Jungfrau Maria geweiht war. Im Säulengang, der zur Kirche führt, ist ein Stein in die Mauer eingelassen, nicht weit von der Tür. Etwa die Hälfte ist von Erde und Pflaster bedeckt. Er misst eine Elle und ein Viertel in der Länge, ebenso in der Breite, sodass er fast quadratisch ist. Darauf befinden sich Zeichen, die an einigen Stellen verwischt sind und so aussehen:

Zeichnung

Siehe Worms Anhang zu den Monumenta Danica, Seiten 19 und 20. Die Sache bleibt unsicher, da der größte Teil der Inschrift fehlt und das Übrige so beschädigt ist, dass niemand es mehr entziffern kann. Damit genug."

Im "Atlas Danicus" findet sich außerdem auch diese Stadtansicht von "Arhusium" von ca. 1680:


In dem Buch von Johan Gustav Liljegren (*27.02.1791 -02.06.1837, schwedischer Nationalarchivar und Archäologe)

    Bildquelle:  Schwedisches Reichsarchiv - Lizenz: Public Domain

Run-urkunder von 1833, S. 170, findet sich unter "1495" ein kurzer Eintrag zur Inschrift dieses Runensteins.


Später verschwand der Runenstein und wurde erst 1866 im Bollwerk des Hafens von Århus wiedergefunden. Der Weinhändler Niels Holm Fulling (*08.02.1811 - †25.02.1882 - link-LIVES - Bestattungsprotokoll Kopenhagen) aus Århus meldete den Fund mit zwei Briefen vom 11. und 15. September 1866 gegenüber dem Nationalmuseum. Auch Torkild Christian Dahl (*11.09.1807 - 04.04.1872, Jurist, Politiker, Besitzer von Moesgård ab 1844 - link-LIVES)

    Bildquelle: Aarhus Wiki - Lizenz: Public Domain

meldet den Fund am 11.09.1866 schriftlich nach Kopenhagen. Die Briefe haben sich im Nationalarchiv in Kopenhagen erhalten. Zunächst wurde der Runenstein im Århus Museum ausgestellt, dann um 1970 dem Forhistorisk Museum Moesgård in Århus übergeben und 2014 in den Museumsneubau überführt.

Das ursprüngliche Aussehen und der Umfang der Inschrift sind aufgrund der Fundumstände unbekannt. Der Stein wird von den Runologen in die Zeit 970 - 1020 datiert. Die Inschrift verläuft in fünf senkrechten Linien, die die komplette Steinoberfläche beanspruchen. Sie verläuft bustrophed (abwechselnde Schreibrichtung) von links nach rechts wie hier dargestellt. Die Inschrift erwähnt Hedeby = Haithabu und nach Auffassung der Runologin Marie Stoklund (*11.08.1934 - †03.09.2021, dänische Runologin am dänischen Nationalmuseum) könnte dies im Zusammenhang mit der Belagerung/Rückeroberung von Haithabu 982/83 durch den dänischen König Sven Gabelbart stehen.

 

Fotografie von Erik Moltke - Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Zeichnungen von Prof. Julius Magnus Petersen (*04.09.1827 - †31.01.1917, Archäologischer Zeichner und Restaurator - link-LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle: Fotografie von 1903 von Fotograf Marius Christensen (*24.06.1874 -  †25.06.1907) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

 finden sich in den beiden großen dänischen Runenwerken.

Prof. P. G. Thorsen (*07.08.1811 - †06.05.1883, Bibliothekar, Runenforscher und Historiker - link-LIVES - Artikel: Levnedsbeskrivelser af de ved Københavns Universitets Firehundredaarsfest promoverede Doktorer, Illustreret Tidende 1882, Nr. 1235 - vom 27.05.1833  /  Grabstein in Varde  /  Eheschließung in Varde am 19. August 1848)

    Bildquelle: Fotografie zw. 1863-1900 von Fotograf Budtz Müller (*26.12.1837 -  †30.12.1884) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

bringt eine in seinem Werk  De danske runemindesmærker beskrevne og forklarede, anden Afdeling, Jyllands Runemindesmærker, I. Afbildninger, 1879  -  Nr. 30 - hier als Google Scan

In seinem Band II, Text, 1880, macht er auf den S. 95-96 Ausführungen zu diesem Runenstein.

P. G. Thorsens Nachlass (Bezeichnet als: P. G. Thorsens optegnelser, tegninger m.m. vedrørende runer og runemindesmærker - überführt aus der Kopenhagener Universitätsbibliothek 1929 - Gemäß Ministerialschreiben vom 04.03.1929; früher benannt als Additamenta 612 kvart) - befindet sich heute in der Königlichen Bibliotek unter NKS 3296 kvart (in mehreren einzelnen Pappschachteln). In der Pappschachtel Nr. 17 wird diese Zeichnung von Magnus Petersen, datiert auf den 14.10.1869, verwahrt und die ich bei meinem Besuch in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen am 27.09.2022 fotografieren durfte.

 


Prof. Ludv. F. A. Wimmer (*07.02.1839 - †29.04.1920, Philologe und Runenforscher - link-LIVES - Politiets registerblade - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Fotografie zw. 1877-1900 von Fotograf Hansen & Weller  - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain 

berichtet über seine Forschungen zu diesem Runenstein in dem großformatigen Werk De danske runemindesmærker undersøgte og tolkede af Ludv. F. A. Wimmer, Band I.2, De historiske runemindesmarker, 1895  -  Nr. 13, S. 121ff. und veröffentlicht darüber diese Zeichnung von Magnus Petersen.

   

Ludv. F. A. Wimmer hat den Runenstein persönlich vor Ort am 12.-13. August 1877,  am 11.-13. Juli 1882 und nochmals am 07.-08. Juli 1892 untersucht. Von ihm war die Zeichnung von Magnus Petersen darüber auch noch überarbeitet worden. 

Er hat seine jahrelangen Aufzeichnungen der "Kgl. Bibliotek" in Kopenhagen überlassen. Ein Verzeichnis darüber wurde 1915 in Buchform herausgegeben - "Collectio runologica Wimmeriana : Fortegnelse over Ludv. F. A. Wimmers runologiske o. a. Samlinger i Det kgl. Bibliotek". Es ist inzwischen auch als Digitalisat im Internet abrufbar.

In seinen Unterlagen in der Bibliothek sollte sich unter "III - Originaltegninger af de danske Runemindesmærker, udførte paa Undersøgelsesrejserne af Magn. Petersen og kontrollerede paa Stedet af Ludv. Wimmer, samt Prøvetryk af de paa Grundlag af de nævnte Tegninger, Aftryk o. s. v. til „De danske Runemindesmærker" udførte Afbildninger med Wimmers Rettelser" zu dem Runenstein von Århus 1 unter der Nr. 13 zumindest eine Zeichnung von Magnus Petersen aus dem Jahr 1877 befinden, die von Wimmer 1882 überarbeitet wiorden war - siehe obige Abbildung - befinden. Ich habe zu dem Runenstein, im Gegensatz zu den anderen Århus Runensteinen,  aber leider nichts vorgefunden.

     


Ludv. F. A. Wimmer hatte zuvor schon 1892 in dem Buch "Sønderjyllands historiske runemindesmaerker" auf den S. 51-54 eine Abhandlung zu diesem Runenstein mit der o.a. Zeichnung von Magnus Petersen veröffentlicht. Darin geht er auf die Fundhistorie, die Deutung der Inschrift und den zu vermutetenden Zusammenhang zwischen der Inschrift mit der Belagerung Haithabus durch Sven Gabelbart ein. 


Laurits Weibull (*02.04.1873 - †02.12.1960, schwedischer Historiker/Professor)

    Bildquelle: Wikipedia - Lizenz: Public Domain

vertritt 1911 in seinem Buch "Kritiska undersökningar i Nordens Historia omkring år 1000" auf der S. 102ff. die Auffassung, dass man keine historische Verbindung zwischen diesem Runenstein und den beiden Haithabu Steinen 1 und 3 herstellen kann.


Diese Aufnahme hat Erik Moltke (*04.04.1901 - †19.10.1984, Runologe, Historiker - link-LIVES)

    Bildquelle: Scan von Buchumschlag "Runerne i Danmark og ders oprindelse" - Erik Moltke - 1976 - Lizenz:  CC-BY-SA

 am 27.04.1931 aufgenommen.

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA  


 

Lis Jacobsen (*29.01.1882 - †18.06.1961, dänische Runologin und Archäologin -link-LIVES - Taufe - Melderegister - Hochzeit)

    Bildquelle: Wikipedia  -  Lizenz: Public Domain

hat 1932 in Scandia - Band V - Tidskrift för historisk forskning, S. 103-147 einen Aufsatz mit dem Titel "Vikingetidens historiske danske Runeindskrifter. Bidrag till Spørgsmaalet om Runestenernes Tidsfæsetelse" veröffentlicht, in dem sie auf den S. 116-118 auf die Argumentation von Laurits Weibull (siehe oben) eingeht und begründet im Widerspruch zu ihm den erwähnten Zusammenhang runologisch. 


Bildquelle: Arhus - Byens Borgerne 1165-2000 (S. 189) - Lizenz:  CC BY-SA 4.0

Regnar Knudsen (*08.06.1882 - †06.02.1959, Lehrer an der Aarhus Kathedralskole - link-LIVES - Portraitfotografie) hat in den Aarbøger - Historisk Samfund for Århus Stift, 1932, auf den S. 211-237, den Artikel mit dem Titel "Da Konger stredes ved Aarhus og Helgenæs. Egnens Runestene i ny Belysning" veröffentlicht. Darin übt er auf den S. 211-218 Kritik an den Forschungsergebnissen von Prof. Dr. Ludv. F. A. Wimmer


Im Vorfeld zu dem 2016 erschienenen Buch von Lisbeth M. Imer (*1973, Runologin am Nationalmuseum Kopenhagen) "Danmarks Runesten - en fortælling" reiste sie mit dem Fotografen Roberto Fortuna zur Bestandsaufnahme durch die Lande. Dieser hat die Runensteine mit Schräglicht aufgenommen und darüber wirklich herausragende Fotos erzielt. Diese Fotografie stammt vom 26.10.2015.

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA   


Hier noch ein Dia von diesem Runenstein, das ich am 10.08.1991 im Forhistorisk Museum Moesgård aufgenommen und durch abfotografieren am Leuchtpult selbst digitalisiert habe.

Das Foto im linken Frame habe ich bei meinem Besuch am 04. Juni 2015 aufgenommen. 2022 habe ich den Stein tatsächlich übersehen!


Die Informationen zu diesem Runenstein aus der dänischen Runendatenbank finden sich hier.

Einen Eintrag in "Fund og Fortidsminder" habe ich nicht gefunden.

Über diesen Link finden sich zu dem Runenstein Informationen des Forschungsprojektes "Runes" der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen


Auf den Webseiten des Nationalmuseum in Kopenhagen - Danmarks Kirker - kann man eine in dänischer Sprache gehaltene 285-seitige, bebilderte Abhandlung als pdf-Datei zur Baugeschichte/Innenausstattung der Vor Frue Kirche in Århus aus den Jahren 1976 abrufen.  


Århus 2 - früher als Aarhus 3 und zeitweise auch als Aarhus IV bezeichnet

Listennummer : DR 65 / DK MJy 76 


Transliteration:  : ąskaiR : biar... | : s-a-naR : þ(a)... | ...-----...


Beim Umbau der "Århus Katedralskole" (Weiterführende Schule), unmittelbar neben dem Dom gelegen, fand sich  im Jahre 1847 dieser Runenstein in einer Treppe, wo er mit der Inschrift nach unten lag.    

Er wurde ausgerechnet an der Seite, auf der sich die Runen befinden zurechtgehauen. Aus der zurechtgehauenen Form ergibt sich, dass er in früherer Zeit wohl als Sockelstein verwendet wurde. Nach verschiedenen Umzügen wurde er 1881 dem Århus-Museum übergeben, befand sich ab 1970 im Prähistorischen Museums (Forhistorisk Museum Moesgård) in der dortigen Runenhalle und mit Eröffnung zum 11.10.2014 steht er nun im Moesgård Museum.

Der Runenstein, der heute als "Aarhus 2" bezeichnet wird (früher auch als Aarhus 3 oder auch mal als Aarhus IV) wird in die Zeit von 970 bis 1020 datiert. Die erhaltene Inschrift verläuft über zwei Linien in der sogenannten Parallelordnung. Die Transliteration wird von unten nach oben, von rechts nach links wiedergegeben. Die ehemalige Reihenfolge der Linien ist letztlich ungewiss.


Laut Danmarks Runeindskrifter, Textband, 1942, Nr. 65 / S. 101 (dort noch als Aarhus 3 bezeichnet) von

Lis Jacobsen (*29.01.1882 - †18.06.1961, dänische Runologin und Archäologin -link-LIVES - Taufe - Melderegister - Hochzeit)

    Bildquelle: Wikipedia  -  Lizenz: Public Domain

und

Erik Moltke (*04.04.1901 - †19.10.1984, Runologe, Historiker - link-LIVES)

    Bildquelle: Scan von Buchumschlag "Runerne i Danmark og ders oprindelse" - Erik Moltke - 1976 - Lizenz:  CC-BY-SA

gibt es von einer Person namens Strunk aus dem Entdeckungsjahr eine Zeichnung und einen auf den 12.10.1847 datierten Brief samt einem Papierabdruck im Nationalarchiv. Von einer Person namens H. H. Blache hat sich im Nationalarchiv nach deren Infos ein Brief vom 02.01.1848 bewahrt, der zum Fundplatz und der Kirchenhistorie berichtet.


Prof. Jens Jacob Asmussen Worsaae (*14.03.1821 - †15.08.1885, dänischer Archäologe und Vorgeschichtler - link-LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Fotografie zw. 1863-1900 von Fotograf Budtz Müller (*26.12.1837 -  †30.12.1884) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain 

hat im Verlauf seiner Reisen diesen Runenstein gesehen und in seinem Notesbog X von 1850 auf der S. 35 diese Eintragungen vorgenommen.

       

Seine Notizbücher werden heute im Nationalmuseum in Kopenhagen, Antikvarisk-Topografisk Arkiv, aufbewahrt. Dort durfte ich am Dienstag, 27.09.2022, zu Gast sein und sie in Händen halten und fotografieren. 


Durch Rasmus Henrik Kruse (*07.08.1796 - †30.05.1877, Landschaftsmaler - link-LIVES - Heirat 21.12.1851)

    Bildquelle Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

 wird über diesen Runenstein in seiner handschriftlichen Abhandlung "Nørre Jyllands Mærkværdigheder i det 19. Aarh. Hs. Bd 1-2 (med) Tillæg 1-2" berichtet. Genaugenommen in seinem Nachtragsband Tillæg 2 von 1857 auf den S. 13-15 mit der Zeichnung "6".

                       

Dieses Kleinold wird heute in Kopenhagen, Nationalmuseum, Antikvarisk-Topografisk Arkiv, aufbewahrt. Dort durfte ich am Dienstag, 27.09.2022, zu Gast sein und die vier Bände in Händen halten und fotografieren.


Zeichnungen von Prof. Julius Magnus Petersen (*04.09.1827 - †31.01.1917, Archäologischer Zeichner und Restaurator - link-LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle: Fotografie von 1903 von Fotograf Marius Christensen (*24.06.1874 -  †25.06.1907) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

 finden sich in den beiden großen dänischen Runenwerken.

Prof. P. G. Thorsen (*07.08.1811 - †06.05.1883, Bibliothekar, Runenforscher und Historiker - link-LIVES - Artikel: Levnedsbeskrivelser af de ved Københavns Universitets Firehundredaarsfest promoverede Doktorer, Illustreret Tidende 1882, Nr. 1235 - vom 27.05.1833  /  Grabstein in Varde  /  Eheschließung in Varde am 19. August 1848)

    Bildquelle: Fotografie zw. 1863-1900 von Fotograf Budtz Müller (*26.12.1837 -  †30.12.1884) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

bringt die in seinem Auftrag erstellte Zeichnung in seinem Werk De danske runemindesmærker beskrevne og forklarede, anden Afdeling, Jyllands Runemindesmærker, I. Afbildninger, 1879  -  Nr. 32 - hier als Google Scan.

In seinem Band II, Text, 1880, macht er auf den S. 99-100 Ausführungen zu diesem Runensteinbruchstück.

P. G. Thorsens Nachlass (Bezeichnet als: P. G. Thorsens optegnelser, tegninger m.m. vedrørende runer og runemindesmærker - überführt aus der Kopenhagener Universitätsbibliothek 1929 - Gemäß Ministerialschreiben vom 04.03.1929; früher benannt als Additamenta 612 kvart) - befindet sich heute in der Königlichen Bibliotek unter NKS 3296 kvart (in mehreren einzelnen Pappschachteln). In der Pappschachtel Nr. 17 wird diese Zeichnung von Magnus Petersen, datiert auf den 12.10.1869, verwahrt und die ich bei meinem Besuch in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen am 27.09.2022 fotografieren durfte.

 


Prof. Ludv. F. A. Wimmer (*07.02.1839 - †29.04.1920, Philologe und Runenforscher - link-LIVES - Politiets registerblade - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Fotografie zw. 1877-1900 von Fotograf Hansen & Weller  - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

bringt seine Studien in dem großformatigen Werk "De danske runemindesmærker undersøgte og tolkede af Ludv. F. A. Wimmer, Andet Bind, Runestenene i Jylland og på øerne. 1899-1901"  -  Nr. 40 ab der S. 187ff.

Er hat den Runenstein - damals noch als Århus IV bezeichnet - persönlich vor Ort am 12./13. August 1877,  am 11. bis13. Juli 1882 und nochmals am 07./08. Juli 1892 untersucht. Von ihm war die Zeichnung von Magnus Petersen darüber auch noch überarbeitet worden. 

Er hat seine jahrelangen Aufzeichnungen der "Kgl. Bibliotek" in Kopenhagen überlassen. Ein Verzeichnis darüber wurde 1915 in Buchform herausgegeben - "Collectio runologica Wimmeriana : Fortegnelse over Ludv. F. A. Wimmers runologiske o. a. Samlinger i Det kgl. Bibliotek". Es ist inzwischen auch als Digitalisat im Internet abrufbar.

In seinen Unterlagen in der Bibliothek befindet sich unter "III - Originaltegninger af de danske Runemindesmærker, udførte paa Undersøgelsesrejserne af Magn. Petersen og kontrollerede paa Stedet af Ludv. Wimmer, samt Prøvetryk af de paa Grundlag af de nævnte Tegninger, Aftryk o. s. v. til „De danske Runemindesmærker" udførte Afbildninger med Wimmers Rettelser" zu dem Runenstein von Århus 2 unter der Nr. 51 diese Zeichnung von Magnus Petersen, die er auf den 12.08.1877 datiert hat und die ich bei meinem Besuch in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen am 27.09.2022 fotografieren durfte.

 


Diese Aufnahme hat Erik Moltke (näheres zur Person siehe oben) am 27.04.1931 aufgenommen.

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA  


Im Vorfeld zu dem 2016 erschienenen Buch von Lisbeth M. Imer (*1973, Runologin am Nationalmuseum Kopenhagen) "Danmarks Runesten - en fortælling" reiste sie mit dem Fotografen Roberto Fortuna zur Bestandsaufnahme durch die Lande. Dieser hat die Runensteine mit Schräglicht aufgenommen und darüber wirklich herausragende Fotos erzielt. Diese Fotografie stammt vom 26.10.2015.

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA  


Hier noch ein Dia von diesem Runenstein, das ich am 10.08.1991 im Forhistorisk Museum Moesgård aufgenommen und durch abfotografieren am Leuchtpult selbst digitalisiert habe.

Das Foto im linken Frame habe ich bei meinem Besuch am 04. Juni 2015 aufgenommen. Bei meinem letzten Besuch im Rahmen meiner 2022er Jütland Wikinger Tour am Mittwoch, 08.06.2022, habe ich dieses Foto aufgenommen.

 


Die Informationen zu diesem Runenstein aus der dänischen Runendatenbank finden sich hier.

Einen Eintrag in "Fund og Fortidsminder" habe ich nicht gefunden.

Über diesen Link finden sich zu dem Runenstein Informationen des Forschungsprojektes "Runes" der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.  


Århus 3 - früher als Aarhus 4 und zeitweise auch als Aarhus II bezeichnet

Listennummer : DR 66 / DK MJy 77 


Transliteration:

Seite A     : kunulfR : auk : augutr : auk : aslakR : auk : rulfR : risþu

SeiteB      : stin : þansi : eftiR : ful : fela(k)a : sin : | : iaR : uarþ (:) ...y-- : tuþr :

Seite C     þą : kunukaR : | barþusk :


Der Stein wurde Anfang 1850 als Eckgrundstein unter der alten Wassermühle in Århus entdeckt. Diese Mühle wurde laut Erik Pontoppidan (der Jüngere, *03.09.1698 - †20.12.1764, dänischer Theologe, Prediger, Historiker und Autor)

    Bildquelle: Wikipedia - Lizenz: Public Domain

wie er in seinem Werk "Den danske Atlas" - Tomus IV, 4. Cap, Aarhus Stift, S. 105, berichtet (S. 31 in der pdf-Datei) erstmals 1289 als "Kongens Mølle i Aarhuus" - Königliche Mühle in Aarhus - erwähnt. Er trägt weiter vor, dass eine Inschrift in einem Türbalken der Mühle Auskunft darüber gibt, dass sie im Jahre 1581 durch den Lehnsmann Erik Lykke aus Skovgaard neu erbaut wurde. Der Baumeister sei Andreas Poßin aus Schlesien gewesen. Im Jahre 1623 befahl König Christian IV. dem damaligen Lehnsmann Laurids Lindenov aus Overgaard den baufälligen Mühlendamm instand setzen zu lassen. Als das Mühlengebäude 1849 abbrannte, wollte der Besitzer, Müller A. Weis, den Bachlauf etwas breiter machen und ließ einige Steine  ​​räumen.

Dabei wurde der Runenstein als Eckstein unter der Wassermühle im Fluss liegend gefunden. Es war die Absicht, den großen, schwer zu bewegenden Stein zu spalten, und der Steinmetz wollte sich gerade mit dieser Aufgabe auseinandersetzen, als Herr Weis glücklicherweise eine einzelne Rune auf dem Stein entdeckte. Daher wurde er geschont, sorgfältig gereinigt und auf dem zur Mühle gehörenden Areal aufbewahrt. Er wurde zunächst auf der Wiese, mit der Seite, mit der die Inschrift beginnt, nach oben hin abgelegt.

Prof. Ludv. F. A. Wimmer (*07.02.1839 - †29.04.1920, Philologe und Runenforscher - link-LIVES - Politiets registerblade - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Fotografie zw. 1877-1900 von Fotograf Hansen & Weller  - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain 

hat den Runenstein bei seinen Studien von 1877 und 1878 noch dort vorgefunden. Umfassende (dänischsprachige) Informationen zur Historie der Mühle findet man auf den Webseiten von Aarhus Wiki. Die Lage der Mühle kann man sich auf dieser historischen Karte von 1816 - mittig im unteren Bereich - anschauen.

1874 kam er in die Runenhalle des Århus-MuseumEr befand sich ab 1970 im Prähistorischen Museums (Forhistorisk Museum Moesgård) in der dortigen Runenhalle und seit der Eröffnung zum 11.10.2014 steht er nun im Moesgård Museum MoMu.

Der Runenstein wird in die Zeit von 970-1020 datiert. Der Verlauf der Inschrift ist kompliziert, sie beginnt in der linken unteren Ecke auf der A-Seite, setzt sich auf der B-Seite fort, weiter am Rand zwischen der A- und B-Seite über die Spitze der A-Seite, danach endet sie oben auf der C-Seite mit der Maske in zwei entgegengesetzten Linien. Zur Verdeutlichung habe ich diese beiden Skizzen angefertigt.

           

Auf welche Schlacht die Inschrift anspielt, lässt sich nicht mehr sicher ermitteln. Ludv. F. A. Wimmer hat sie aber mit der Schlacht bei Svold gleichgesetzt.

Der Stein von Århus ist auf der einen Seite durch eine Maske fast völlig ausgefüllt. Mit ihren großen Ohren, ihren Hörnern, den großen, runden leeren Augenhöhlen, der U-förmigen Nase und dem geflochtenen Bart hat die Maske sicherlich eine angsteinflößende Wirkung auf den Mensch der Wikingerzeit gehabt. Heute ist die Maske farblich ausgestaltet. Die Bemalung entspricht den ursprünglich verwendeten Farben; sie haben sich in Resten an Funden, namentlich an schwedischen Runensteinen, nachweisen lassen.


Eine inhaltlich ähnliche Runeninschrift findet sich in der westgötischen Inschrift von Kållands Råda/Schweden (Råda Kirche - Vg40) wieder und könnte sich auf die gleiche Schlacht beziehen. Die dortige Inschrift lautet

                            Thorkel setzte diesen Stein nach Gunni, seinem Sohn. 

                            Er fand den Tod im Streite, als die Könige kämpften. 

 

 

Foto-Quelle: Wikimedia Commons - Urheber: Dagjoh

 

Runenstein (Vg 40), Gneis, 2 m lang, 1 m breit (= hoch) an der Basis und 0,6 an der Spitze, 0,35 m dick. Runenhöhe 8-13 cm. Eingemauert in der südlichen Mauer des Waffenhauses der Kirche von Råda/Schweden. Laut "Västergötland Runeninschriften" (S. 58-60 in der pdf Datei) könnte es die Schlacht von Svolder um das Jahr 1000 oder die Schlacht am Helgeå 1025 sein. Die Runen wurden 1979 ausgemalt.

 


Prof. Jens Jacob Asmussen Worsaae (*14.03.1821 - †15.08.1885, dänischer Archäologe und Vorgeschichtler - link-LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Fotografie zw. 1863-1900 von Fotograf Budtz Müller (*26.12.1837 -  †30.12.1884) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain 

hat im Verlauf seiner Reisen diesen Runenstein gesehen und in seinem Notesbog X von 1850 auf der S. 28-30 diese Eintragungen vorgenommen.

           

Seine Notizbücher werden heute in Nationalmuseum in Kopenhagen, Antikvarisk-Topografisk Arkiv, aufbewahrt. Dort durfte ich am Dienstag, 27.09.2022, zu Gast sein und sie in Händen halten und fotografieren. 


Carl Christian Rafn  (*16.01.1795 - †20.10.1864, Altertumsforscher - link LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Zeichner Magnus Petersen - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

hat in der "Antiquarisk Tidsskrift, 1852-54" ab der S. 387-395 die erste Abhandlung über diesen Runenstein veröffentlicht. Darin werden auf den Seiten 390-391 auch diese beiden Zeichnungen des Runensteins (Anonym) als Xylographie wiedergegeben. Diese seien nach zwei Daguerreotypien, die wenige Tage nach der Entdeckung von Justizrat Torkild Christian Dahl (*11.09.1807 - 04.04.1872, Jurist, Politiker, Besitzer von Moesgård ab 1844 - link-LIVES)

    Bildquelle: Aarhus Wiki - Lizenz: Public Domain

angefertigt wurden, erstellt worden. Laut Lis Jacobsen/Erik Moltke - Danmarks Runeindskrifter - 1942 - Sp. 103 wurden die beiden Daguerreotypien an das Nationalmuseum übergeben (Nr. 11,252), waren aber leider schon durch diese beiden Autoren damals nicht mehr auffindbar! Sehr schade, denn es sind vermutlich die ältesten Fotografien eines Runensteins!

   

In seinem Werk von 1856 "Antiquités de l'Orient, monuments runographiques" hat er die Inschrift auf der S. 39 als Runenzeichen wiedergegeben.

Dazu wurden wieder die beiden oben abgebildeten Xylographien wiedergegeben. Auch dort findet sich keine Angabe zu dem Urheber, der von daher anonym bleibt, zumal bei "Jacobsen/Moltke - Danmarks Runeindskrifter, 1942, Text, S. 102, Nr. 66", kein Hinweis dazu abgeben wird.


Durch Rasmus Henrik Kruse (*07.08.1796 - †30.05.1877, Landschaftsmaler - link-LIVES - Heirat 21.12.1851)

    Bildquelle Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

wird über diesen Runenstein in seiner handschriftlichen Abhandlung "Nørre Jyllands Mærkværdigheder i det 19. Aarh. Hs. Bd 1-2 (med) Tillæg 1-2" berichtet. Genaugenommen in seinem Nachtragsband Tillæg 2 von 1857 auf den S. 13-15 mit der Zeichnung "6".

                           

Dieses Kleinold wird heute in Nationalmuseum in Kopenhagen, Antikvarisk-Topografisk Arkiv, aufbewahrt. Dort durfte ich am Dienstag, 27.09.2022, zu Gast sein und die vier Bände in Händen halten und fotografieren.


Zeichnungen von Prof. Julius Magnus Petersen (*04.09.1827 - †31.01.1917, Archäologischer Zeichner und Restaurator - link-LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle: Fotografie von 1903 von Fotograf Marius Christensen (*24.06.1874 -  †25.06.1907) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

finden sich in den beiden großen dänischen Runenwerken.

Prof. P. G. Thorsen (*07.08.1811 - †06.05.1883, Bibliothekar, Runenforscher und Historiker - link-LIVES - Artikel: Levnedsbeskrivelser af de ved Københavns Universitets Firehundredaarsfest promoverede Doktorer, Illustreret Tidende 1882, Nr. 1235 - vom 27.05.1833  /  Grabstein in Varde  /  Eheschließung in Varde am 19. August 1848)

    Bildquelle: Fotografie zw. 1863-1900 von Fotograf Budtz Müller (*26.12.1837 -  †30.12.1884) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

hat die u.a. Zeichnung in seinem Werk De danske runemindesmærker beskrevne og forklarede, anden Afdeling, Jyllands Runemindesmærker, I. Afbildninger, 1879  -  Nr. 29 - 1. Seite / 2. Seite / 3. Seite - hier als Google Scan - gebracht.

       

In seinem Band II, Text, 1880, macht er auf den S. 93-94 Ausführungen zu diesem tollen Runenstein.

P. G. Thorsens Nachlass (Bezeichnet als: P. G. Thorsens optegnelser, tegninger m.m. vedrørende runer og runemindesmærker - überführt aus der Kopenhagener Universitätsbibliothek 1929 - Gemäß Ministerialschreiben vom 04.03.1929; früher benannt als Additamenta 612 kvart) - befindet sich heute in der Königlichen Bibliotek unter NKS 3296 kvart (in mehreren einzelnen Pappschachteln). In der Pappschachtel Nr. 17 werden diese beiden Zeichnungen von Magnus Petersen, datiert auf den 11.10.1869, verwahrt und die ich bei meinem Besuch in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen am 27.09.2022 fotografieren durfte.


In der Kopenhagener Zeitung "Dagbladet" findet sich in der Ausgabe vom 14.10.1874 ein kurzer Beitrag zu der Übergabe/Schenkung des Runensteins an das Århus-Museum mit dem Titel "Skjænket Runesten":

Übersetzung: Geschenkter Runenstein. Aarhus, den 11. Oktober. (Aarh. Stiftst.) Unseren Erkenntnissen zufolge hat die historisch-antiquarische Sammlung von Herrn Mühlenbesitzer Weis den Runenstein, der sich 1850 beim Umbau der Aarhus-Mühle als Grundstein fand, zur Auffstellung in dem neuen Museumsgebäude geschenkt bekommen. Dies ist definitiv der schönste Runenstein, der hier in der Stadt aufbewahrt wird. Die Inschrift darauf lautet laut Ant. Tidsskr. wie folgt: „Gunnulf und Eygaut und Aslak und Rolf errichteten diesen Stein nach ihrem Stallbruder Ulf (?), der in der Schlacht starb, als die Könige kämpften.“ und es wird angenommen, dass es sich bei der Schlacht um die große Seeschlacht von 1043 bei Aarhus handelte, in der Magnus der Gute Svend Estridsen in die Flucht schlug. - Anmerkung: Die Gewässer um Helgenæs waren Schauplatz einer größeren Seeschlacht im Jahr 1043, als der im Exil lebende König Svend Estridsen hier König Magnus der Gute angriff und bekämpfte, um den Thron von Dänemark zurückzuerobern. Svend verlor, eroberte den Thron aber wenige Jahre später zurück, als Magnus 1047 verstarb.


Prof. Ludv. F. A. Wimmer (*07.02.1839 - †29.04.1920, Philologe und Runenforscher - link-LIVES - Politiets registerblade - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Fotografie zw. 1877-1900 von Fotograf Hansen & Weller  - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

berichtet über seine Forschungen in seinem großformatigen Runenwerk "De danske runemindesmærker undersøgte og tolkede af Ludv. F. A. Wimmer, Band I.2, De historiske runemindesmarker, 1895"  -  Nr. 14 auf den S. 125-133

Er hat den Runenstein - damals noch als Århus II bezeichnet - persönlich vor Ort am 13. bis 15. August 1877,  am 11. bis 13. August 1882 und nochmals am 07./08. Juli 1892 untersucht. Von ihm war die Zeichnung von Magnus Petersen darüber auch noch überarbeitet worden.

Er hat seine jahrelangen Aufzeichnungen der "Kgl. Bibliotek" in Kopenhagen überlassen. Ein Verzeichnis darüber wurde 1915 in Buchform herausgegeben - "Collectio runologica Wimmeriana : Fortegnelse over Ludv. F. A. Wimmers runologiske o. a. Samlinger i Det kgl. Bibliotek". Es ist inzwischen auch als Digitalisat im Internet abrufbar.

In seinen Unterlagen in der Bibliothek sollten sich zu dem Runenstein von Århus 3 unter "III - Originaltegninger af de danske Runemindesmærker, udførte paa Undersøgelsesrejserne af Magn. Petersen og kontrollerede paa Stedet af Ludv. Wimmer, samt Prøvetryk af de paa Grundlag af de nævnte Tegninger, Aftryk o. s. v. til „De danske Runemindesmærker" udførte Afbildninger med Wimmers Rettelser

   

unter der Nr. 14 seine Aufzeichnungen / eine (oder mehrere) Zeichnung(en) von Magnus Petersen aus dem Jahr 1877 befinden - leider Fehlanzeige!  


Prof. Ludv. F. A. Wimmer hat zuvor schon in seinem Buch "Die Runenschrift" von 1887 auf der S. 253 innerhalb des III. Kapitels mit dem Titel "Die „punktierten" runen. Das jüngste runenalphabet." diese kurze Passage zu diesem Runenstein veröffentlicht:


Prof. Ludv. F. A. Wimmer hatte außerdem noch 1892 in dem Buch "Sønderjyllands historiske runemindesmaerker" auf den S. 54/55 eine kurze Abhandlung zu diesem Runenstein veröffentlicht. Darin vermutet er zu dem Inschriftteil "...als Könige kämpften" einen Zusammenhang mit der Seeschlacht von Svold (vermutlich) am 09.09.1000, zwischen dem norwegischen König Olaf Tryggvason und einer Allianz um den dänischen König Sven Gabelbart und den schwedischen König Olof Skötkonung (alias: Olaf Eríksson).


Bruno Sjöros (*12.05.1880 - †16.12.1927, finnischer Sprachwissenschaftler)

    Bildquelle: Geneanet - Lizenz:  CC BY-SA 4.0

geht im Jahr 1904 in einem kurzen Beitrag im "Arkiv för Nordisk Filologi", Band XX auf der S. 224 ff. auf das Wort "aslakR" in der Inschrift ein.


Im nächsten Jahr - 1905 - beschäftigt sich Alexander Bugge (*30.12.1870 - †24.12.1929, Professor, norwegischer Historiker)

    Bildquelle:  Wikipedia  -  Lizenz: Public Domain 

in seinem Werk "Vesterlandenes Indflydelse paa Nordboernes og saerlig Nordmaendenes ydre kultur, levesaet og samfundsforhold: I. Vikingestiden" auf der S. 340 im Kapitel VIII. Billedkunst (im Text fälschlicherweise mit IX. benannt) unter "B - Svenske, danske og norske billedstene" mit der Maske auf diesem Runenstein.


Im Jahr 1909 setzt sich Haakon Shetelig (*25.06.1877 - †22.07.1955, norwegischer Archäologe)

    Bildquelle Wikipedia  -  Lizenz:  CC BY-SA 4.0

in dem Werk "Foreningen til Norske Fortidsmindesmerkers Bevaring - Aarsberetning 1909" auf der S. 95 mit der Ornamentik auf diesem Runenstein auseinander.


Laurits Weibull (*02.04.1873 - †02.12.1960, schwedischer Historiker/Professor)

    Bildquelle: Wikipedia - Lizenz: Public Domain

übt 1911 in seinem Buch "Kritiska undersökningar i Nordens Historia omkring år 1000" auf der S. 128f. Kritik an Wimmers historischer Auffassung in Bezug auf diesen Runenstein.


Francis Beckett (*26.03.1868 - †12.07.1943, dänischer Kunsthistoriker - link-LIVES) setzt sich 1924 in seinem Werk Danmarks Kunst, Bind 1, Oldtiden og den ældre Middelalder auf der S. 29/30 mit der Maske auf diesem Runenstein auseinander und gibt die Zeichnung von Magnus Petersen aus der Handausgabe "De Danske Runemindesmærker" von Wimmer/Jacobsen wieder.


Johannes Steestrup (Johannes Christoffer Hagemann Reinhardt Steenstrup, *05.12.1844 - †03.08.1935, Historiker - link-LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle: Bildersammlung der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen - Fotograf: Frederik Riise - Lizenz: Public Domain

hat in der "Festskrift til Kristian Erslev den 28.12.1927 fra danske Historikere" den Artikel mit dem Titel "De danske Runestene i deres Forhold til Landets og Folkets Historie" auf den S. 61 - 84 - verfasst. Die Festschrift war Dr. phil. Kristian Sophus August Erslev (*28. Dezember 1852 – 20. Juni 1930, dänischer Historiker und Professor) gewidmet. In dem Aufsatz von Steenstrup heißt es dort auf S. 69/70: "...Naar nu paa Aarhus-Stenen II fire Fæller af Full mindes denne, »der døde øst ude (d.e. paa Havet), da Konger kæmpede mod hinanden«, har Wimmer al Grund til at formode, at Full faldt ved Svold." At flere Konger stredes i et Søslag østpaa, var en Hændelse af saa ualmindelig Art, at Kampen vel nok i Folkemunde har heddet Kongeslaget eller Tre*Konger*Dysten. I Sagaerne fremhæves netop, hvordan her tre Konger og to Jarler gik i Kamp mod hinanden." Ogsaa paa svensk Grund taler formodentlig en Runesten derom, nemlig Råda*Stenen (Vester*gotland): »Gunne døde i det Slag, da Konger kæmpede.", worüber er Wimmers Annahme zur Seeschlacht von Svold  teilt.

Übersetzung: "...Wenn nun auf dem Aarhus-Stein II von vier Kameraden an Full erinnert wird, „die im Osten (d. h. auf dem Meer) starben, als Könige gegeneinander kämpften“, hat Wimmer allen Grund zu der Annahme, dass Full bei Svold fiel. Die Tatsache, dass mehrere Könige in einer Seeschlacht im Osten kämpften, war ein Ereignis so ungewöhnlicher Natur, dass die Schlacht wahrscheinlich Königsschlacht oder Dreikönigsschlacht genannt wurde. Auch auf schwedischem Boden spricht wahrscheinlich ein Runenstein davon, nämlich der Råda-Stenen (Vester-Gotland): „Gunne starb in dieser Schlacht, als Könige kämpften.“


 

Lis Jacobsen (*29.01.1882 - †18.06.1961, dänische Runologin und Archäologin -link-LIVES - Taufe - Melderegister - Hochzeit)

    Bildquelle: Wikipedia  -  Lizenz: Public Domain

hat für Scandia (Tidskrift för historisk forskning utgiven av Lauritz Weibull), Band V, aus dem Jahr 1932 einen Artikel mit dem Titel "Vikingetidens historiske danske Runeindskrifter. Bidrag till Spørgsmaalet om Runestenernes Tidsfæsetelse." veröffentlicht. Auf den Seiten 118-121 kritisiert sie Wimmers Lesung und Datierung.


Bildquelle: Arhus - Byens Borgerne 1165-2000 (S. 189) - Lizenz:  CC BY-SA 4.0

Regnar Knudsen (*08.06.1882 - †06.02.1959, Lehrer an der Aarhus Kathedralskole - link-LIVES - Portraitfotografie)

hat in den Aarbøger - Historisk Samfund for Århus Stift, 1932, auf den S. 211-237, den Artikel mit dem Titel "Da Konger stredes ved Aarhus og Helgenæs. Egnens Runestene i ny Belysning" veröffentlicht. Darin übt er auf den S. 211-218 Kritik an den Forschungsergebnissen von Ludv. F. A. Wimmer


Johannes Brøndum-Nielsen (*02.12.1881 - †09.3.1977, Professor Dr. phil. für nordische Sprachen an der Universität Kopenhagen - link-LIVES)

    Bildquelle: Danske Studier 1978 - S. 5 - Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

stimmt 1933 in einem Beitrag in Nordisk Kultur VI, Runerne, auf der S. 134 mit Wimmer überein.


Diese Aufnahmen hat Erik Moltke (*04.04.1901 - †19.10.1984, Runologe, Historiker - link-LIVES)

    Bildquelle: Scan von Buchumschlag "Runerne i Danmark og ders oprindelse" - Erik Moltke - 1976 - Lizenz:  CC-BY-SA

am 27.04.1931 aufgenommen.

   

Auch diese Farbfotos hat Erik Moltke (*04.04.1901 - †19.10.1984, Runologe, Historiker) aufgenommen, allerdings nun in der Runenhalle des Forhistorisk Museum Moesgård im Jahre 1976.

       

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Jeweils Lizenz: CC-BY-SA  - das rechte Foto wurde dem Beitrag in  der dänischen Runendatenbank entlehnt.


Im Vorfeld zu dem 2016 erschienenen Buch von Lisbeth M. Imer (*1973, Runologin am Nationalmuseum Kopenhagen) "Danmarks Runesten - en fortælling" reiste sie mit dem Fotografen Roberto Fortuna zur Bestandsaufnahme durch die Lande. Dieser hat die Runensteine mit Schräglicht aufgenommen und darüber wirklich herausragende Fotos erzielt. Diese Fotografie stammt vom 26.10.2015.

   

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Hier noch drei Dias von diesem Runenstein, die ich am 10.08.1991 im Forhistorisk Museum Moesgård aufgenommen und durch abfotografieren am Leuchtpult selbst digitalisiert habe.

               

Das Foto im linken Frame habe ich bei meinem Besuch am Donnerstag, 04. Juni 2015, aufgenommen.

Bei meinem vorerst letzten Besuch im Rahmen meiner 2022er Jütland Wikinger Tour am Mittwoch, 08.06.2022, habe ich diese neuen Fotos aufgenommen:

               


Die Informationen zu diesem Runenstein aus der dänischen Runendatenbank finden sich hier.

Einen Eintrag in "Fund og Fortidsminder" habe ich nicht gefunden.

Über diesen Link finden sich zu dem Runenstein Informationen des Forschungsprojektes "Runes" der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.  


Århus 4 - früher als Aarhus 5 und zeitweise auch als Aarhus III bezeichnet

Listennummer : DR 67 / DK MJy 78 


Transliteration:  kitil : risþi : stin : þansi : uftiR : ika : faþur : sin

Bei einer Restauration der Århus Vor Frue Kirche im Jahre 1866 wurde der Stein als Grundstein unter einem Pfeiler entdeckt. Der Weinhändler Niels Holm Fulling (*08.02.1811 - †25.02.1882 - link-LIVES - Bestattungsprotokoll Kopenhagen)  aus Århus meldete den Fund mit drei Briefen vom 24.07., 28.07. und 31.07.1866 gegenüber dem Nationalmuseum. Die Briefe haben sich wohl im Nationalarchiv in Kopenhagen erhalten. Nach verschiedenen Umzügen - 1877 im Hof der Domschule, dann Platz vor dem Museum - gelangte er 1891 in die neu eingerichtetet Runenhalle des Århus Museum, und darüber ab 1970 in die Runenhalle des Forhistorisk Museum Moesgård und seit der Eröffnung zum 11.10.2014 steht er nun im MoMu - Moesgård Museum. Der Runenstein wird in die Zeit von 970 bis 1020 datiert. Die Inschrift verläuft in einer einzelnen senkrechten, gerahmten Linie und wird von unten nach oben gelesen.


Zeichnungen von Prof. Julius Magnus Petersen (*04.09.1827 - †31.01.1917, Archäologischer Zeichner und Restaurator - link-LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle: Fotografie von 1903 von Fotograf Marius Christensen (*24.06.1874 -  †25.06.1907) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

 finden sich in den beiden großen dänischen Runenwerken.

Prof. P. G. Thorsen (*07.08.1811 - †06.05.1883, Bibliothekar, Runenforscher und Historiker - link-LIVES - Artikel: Levnedsbeskrivelser af de ved Københavns Universitets Firehundredaarsfest promoverede Doktorer, Illustreret Tidende 1882, Nr. 1235 - vom 27.05.1833  /  Grabstein in Varde  /  Eheschließung in Varde am 19. August 1848)

    Bildquelle: Fotografie zw. 1863-1900 von Fotograf Budtz Müller (*26.12.1837 -  †30.12.1884) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

bringt dessen u.a. Zeichnung in seinem Werk De danske runemindesmærker beskrevne og forklarede, anden Afdeling, Jyllands Runemindesmærker, I. Afbildninger, 1879  -  Nr. 31 - hier als Google Scan

In seinem Band II, Text, 1880, macht er auf den S. 97-98 kurze Ausführungen zu diesem Runenstein.

P. G. Thorsens Nachlass (Bezeichnet als: P. G. Thorsens optegnelser, tegninger m.m. vedrørende runer og runemindesmærker - überführt aus der Kopenhagener Universitätsbibliothek 1929 - Gemäß Ministerialschreiben vom 04.03.1929; früher benannt als Additamenta 612 kvart) - befindet sich heute in der Königlichen Bibliotek unter NKS 3296 kvart (in mehreren einzelnen Pappschachteln). In der Pappschachtel Nr. 17 wird diese Zeichnung von Magnus Petersen, datiert auf den 14.10.1869, verwahrt und die ich bei meinem Besuch in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen am 27.09.2022 fotografieren durfte.


Prof. Ludv. F. A. Wimmer (*07.02.1839 - †29.04.1920, Philologe und Runenforscher - link-LIVES - Politiets registerblade - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Fotografie zw. 1877-1900 von Fotograf Hansen & Weller  - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

berichtet über seine Studien in seinem großformatigen Runenwerk De danske runemindesmærker undersøgte og tolkede af Ludv. F. A. Wimmer, Andet Bind, Runestenene i Jylland og på øerne. 1899-1901"  -  Nr. 39, S. 184ff. Er hat den Runenstein persönlich vor Ort am 11./12. August 1877, 11. Juli 1882 und nochmals am  07./08. Juli 1892 untersucht.

Hier noch mit der früheren Bezeichnung Århus III.

Er hat seine jahrelangen Aufzeichnungen der "Kgl. Bibliotek" in Kopenhagen überlassen. Ein Verzeichnis darüber wurde 1915 in Buchform herausgegeben - "Collectio runologica Wimmeriana : Fortegnelse over Ludv. F. A. Wimmers runologiske o. a. Samlinger i Det kgl. Bibliotek". Es ist inzwischen auch als Digitalisat im Internet abrufbar.

In seinen Unterlagen in der Bibliothek befindet sich unter "III - Originaltegninger af de danske Runemindesmærker, udførte paa Undersøgelsesrejserne af Magn. Petersen og kontrollerede paa Stedet af Ludv. Wimmer, samt Prøvetryk af de paa Grundlag af de nævnte Tegninger, Aftryk o. s. v. til „De danske Runemindesmærker" udførte Afbildninger med Wimmers Rettelser

   

unter der Nr. 50 diese Zeichnung von Magnus Petersen, die er auf den 11.08.1877 datiert hat und die ich bei meinem Besuch in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen am 27.09.2022 fotografieren durfte. 


Diese Aufnahme hat Erik Moltke (*04.04.1901 - †19.10.1984, Runologe, Historiker - link-LIVES)

    Bildquelle: Scan von Buchumschlag "Runerne i Danmark og ders oprindelse" - Erik Moltke - 1976 - Lizenz:  CC-BY-SA

 am 27.04.1931 aufgenommen.

 

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Im Vorfeld zu dem 2016 erschienenen Buch von Lisbeth M. Imer (*1973, Runologin am Nationalmuseum Kopenhagen) "Danmarks Runesten - en fortælling" reiste sie mit dem Fotografen Roberto Fortuna zur Bestandsaufnahme durch die Lande. Dieser hat die Runensteine mit Schräglicht aufgenommen und darüber wirklich herausragende Fotos erzielt. Diese Fotografie stammt vom 26.10.2015.

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Hier noch ein Dia von diesem Runenstein, das ich am 10.08.1991 im Forhistorisk Museum Moesgård aufgenommen und durch abfotografieren am Leuchtpult selbst digitalisiert habe.

Das Foto im linken Frame habe ich bei meinem Besuch am Donnerstag, 04. Juni 2015, aufgenommen. Bei meinem letzten Besuch im Rahmen meiner 2022er Jütland Wikinger Tour am Mittwoch, 08.06.2022, habe ich diese neuen Fotos gemacht.

       


Die Informationen zu diesem Runenstein aus der dänischen Runendatenbank finden sich hier.

Einen Eintrag in "Fund og Fortidsminder" habe ich nicht gefunden.

Über diesen Link finden sich zu dem Runenstein Informationen des Forschungsprojektes "Runes" der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen


Auf den Webseiten des Dänischen Nationalmuseums - Danmarks Kirker - kann man eine in dänischer Sprache gehaltene 285-seitige, bebilderte Abhandlung als pdf-Datei zur Baugeschichte/Innenausstattung der Vor Frue Kirche in Aarhus aus den Jahren 1976 abrufen.   


Århus 5 - früher als Aarhus 6 und zeitweise auch als Aarhus V bezeichnet

Listennummer : DR 68 / DK MJy 79 


Transliteration:

Seite A         (-)usti : auk : hufi : auk : þir : frebiurn : risþu : stin : þąnsi : eftiR : | : ąsur : saksa : filaka : sin : harþa :

Seite B         kuþan : trik : saR : tu : | : mana : mest : uniþikR : | saR : ati : skib : miþ : arną :


Durch die Untersuchungen des Architekten Carl Martin Smidt (*15.10.1872 - †21.11.1947 - link-LIVES - Melderegister Kopenhagen - Portraitfoto und Grabstätte)

    Bildquelle: gravsted.dk - Lizenz:  CC BY-SA 4.0 - Erlaubnis zur Nutzung am 26.09.2025 auf Anfrage erhalten

unter der Leitung des Direktors der zweiten Abteilung des Nationalmuseums, Dr. Arthur William Julius Mollerup (*18.09.1846 - †23.04.1917 - link-LIVES - Politiets registerblade)

    Bildquelle Wikipedia  -  Lizenz: Public Domain 

wurde am 07. Oktober 1905 unter der alten Domkirche St. Nicolai, der heutigen Frauenklosterkirche, der Vor Frue Kirche, in Århus im Fundament des Ostgiebels der Kirche, unter dem Granitsockel, ein eingemauerter Runenstein angetroffen. Nachdem der Stein, der der stärkste, der für das Fundament verwendeten Findlinge war, gereinigt worden war, wurde sofort die gut erhaltenen Inschrift sehr deutlich. Aus diesem Teil der Inschrift ging hervor, dass man hier ihr Ende hatte, und dass der Anfang daher auf der angrenzenden oder gegenüberliegenden Seite des Steins zu finden sein würde. Da er auch einen Riss zeigte musste man ihn mit größter Sorgfalt entfernen. Zuvor war er noch fotografiert, vermessen und an seiner Stelle im Fundament von Herrn Architekt Smidt eingezeichnet worden. Durch seine Untersuchungen wurde der betreffende Bauteil der Kirche auf das Ende des 13. Jahrhunderts datiert. In der Krypta und Nordmauer der Vor Frue Kirche, haben sich Teile der ältesten Steinkirche in Århus erhalten, den ältesten noch aufrecht stehenden Gebäuderesten Dänemarks aus der Zeit um 1070!

Außerdem hat Architekt Carl Martin Smidt mit Brief vom 07. Oktober 1905, unter Beilage einer Handskizze der Seite B, den Fund gegenüber dem Nationalmuseum zunächst angemeldet. In einem weiteren Brief vom 12. Oktober 1905 meldete er, unter Beifügung einer Skizze der Seite A, nun die Herausnahme des Steins gegenüber dem Nationalmuseum in Kopenhagen. Dieses Foto der Seite B hat damals ein Herr Iver Hertzsprung gemacht.

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Unter dem Datum 13.10.1905 kamen Berichte zu Entdeckung des Runensteins in zahlreichen dänischen Zeitungen heraus. Über die Webseite "Mediestream" habe ich mit dem Suchbegriff "Aarhus runesten" und dem Datum 13.10.1905 insgesamt 36 Treffer erzielt. Einge Zeitungsartikel habe ich hier aufbereite - siehe auch "Horsens Folkeblad" weiter unten:

               

Diesen Zeitungsausschnitt fand ich in der Hinterlassenschaft von Prof. Ludv. F. A. Wimmer - dazu unten mehr.

   

Durch Prof. Ludv. F. A. Wimmer (*07.02.1839 - †29.04.1920, Philologe und Runenforscher - link-LIVES - Politiets registerblade - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Fotografie zw. 1877-1900 von Fotograf Hansen & Weller  - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

wurde in seinem Werk "De danske Runemindesmærker undersøgte og tolkede af Ludv. F.A. Wimmer, 1893 - 1908" im Band IV.2  ein Nachtrag im Hinblick auf den damaligen Neufund eingefügt  -  Nyt tillæg til andet bind  -  Nr. 41b  -  Århus-Stenen V. Dabei bringt er auf den S. 218-219 zwei Zeichnungen von Prof. Julius Magnus Petersen (*04.09.1827 - †31.01.1917, Archäologischer Zeichner und Restaurator - link-LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle: Fotografie von 1903 von Fotograf Marius Christensen (*24.06.1874 -  †25.06.1907) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

               

Prof. Ludv. F. A. Wimmer hat diese Zeichnungen nach seiner Untersuchung vor Ort - im Dezember 1905 im Waffenhaus der Vor Frue Kirche in Århus - noch selbst überarbeitet. Hier noch seine Maßskizze, über die der Querschnitt auch die Form gut wiedergibt.

Er hat seine jahrelangen Aufzeichnungen der "Kgl. Bibliotek" in Kopenhagen überlassen. Ein Verzeichnis darüber wurde 1915 in Buchform herausgegeben - "Collectio runologica Wimmeriana : Fortegnelse over Ludv. F. A. Wimmers runologiske o. a. Samlinger i Det kgl. Bibliotek". Es ist inzwischen auch als Digitalisat im Internet abrufbar.

In seinen Unterlagen in der Bibliothek befinden sich zu dem Runenstein von Århus 5 unter "III - Originaltegninger af de danske Runemindesmærker, udførte paa Undersøgelsesrejserne af Magn. Petersen og kontrollerede paa Stedet af Ludv. Wimmer, samt Prøvetryk af de paa Grundlag af de nævnte Tegninger, Aftryk o. s. v. til „De danske Runemindesmærker" udførte Afbildninger med Wimmers Rettelser

   

 unter der Nr. 52 seine Aufzeichnungen, die ich bei meinem Besuch in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen am 27.09.2022 fotografieren durfte. 

       

Dazu fand sich der Zeitungsbericht, den ich bereits oben eingestellt habe.


In den "Danske Studier 1906" bringt Magnus Bernhard Olsen (*28.11.1878 - †16.01.1963, norwegischer Philologe)

    Bildquelle: Wikipedia  -  Lizenz: CC-BY-SA

 auf der S. 32 zu dem Begriff "fælle" (Kamerad / Begleiter) einen ganz kurzen Hinweis auf diesen Runenstein.


Auch im Jahr 1906 wurde durch Vilhelm (Birkedal) Lorenzen (*27.01.1877 - †11.09.1961, dänischer Historiker und Kunsthistoriker - link-LIVES)

    Bildquelle: Wikipedia - Lizenz: Public Domain

das Büchlein "Vor Frue kirke og hospitalet i Aarhus, forhen Dominikanernes kirke og kloster" (page images at HathiTrust; US access only) mit 39 Seiten und IX Tafeln herausgegeben. Darin finden sich diese beiden frühen Fotografien, die Architekt Carl Martin Smidt im Zusammenhang mit der Entdeckung dieses Runensteins, angefertigt hat.

   


Von Prof. Ludv. F. A. Wimmer wurde im Jahr 1908 in den Årbøger - Historisk Samfund for Århus Stift diesen Artikel "Den sidst fundne Runesten i Aarhus - Aarhus V" auf der S. 17-33 veröffentlicht. 


Im Jahre 1910 wurde er dem Århus Museum übergeben, kam 1970 in die Runenhalle des Forhistorisk Museum Moesgård und mit Eröffnung im Jahre 2014 in das MoMu in Århus.

Nach dem Runenstein Harald Blauzahns (*um 910 - †01.11.985/86) in Jelling handelt es sich hier für viele um Dänemarks zweitschönsten Runenstein. Er ist wohlproportioniert, mit Bedacht angelegt, mit feiner Ornamentik verziert und in wohlgeformten Runen ausgeführt.    

Die charakteristische Verbindung zwischen Spiral- und Blattornamentik weist auf eine Verwandtschaft mit der norwegischen und schwedischen Ornamentik aus der 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts hin.    

Vermutlich wird in der Inschrift das Schiff erwähnt, mit dem die genannten fünf Männer ihre Fahrten unternommen hatten.

Von den Runologen wird er in die Zeit von 970 bis 1020 datiert. Die Inschrift verläuft über zwei Seiten des Steins, und verläuft dabei wie hier grafisch von mir dargestellt.

Foto von Erik Moltke aus dem Jahr 1976 - der Dänischen Runendatenbank entlehnt.


Diese Aufnahme hat Erik Moltke (*04.04.1901 - †19.10.1984, Runologe, Historiker - link-LIVES)

    Bildquelle: Scan von Buchumschlag "Runerne i Danmark og ders oprindelse" - Erik Moltke - 1976 - Lizenz:  CC-BY-SA

 am 27.04.1931 aufgenommen.

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Im Vorfeld zu dem 2016 erschienenen Buch von Lisbeth M. Imer (*1973, Runologin am Nationalmuseum Kopenhagen) "Danmarks Runesten - en fortælling" reiste sie mit dem Fotografen Roberto Fortuna zur Bestandsaufnahme durch die Lande. Dieser hat die Runensteine mit Schräglicht aufgenommen und darüber wirklich herausragende Fotos erzielt. Diese Fotografie stammt vom 26.10.2015.

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Hier noch drei Dias von diesem Runenstein, die ich am 10.08.1991 im Forhistorisk Museum Moesgård aufgenommen und durch abfotografieren am Leuchtpult selbst digitalisiert habe. 

                  

Das Foto im linken Frame habe ich bei meinem letzten Besuch am 04. Juni 2015 aufgenommen. Bei meinem Besuch im Rahmen meiner 2022er Jütland WikingerTour am Mittwoch, 08.06.2022, habe ich diese neuen - qualitativ nicht so tollen - Fotos aufgenommen.

       


Die Informationen zu diesem Runenstein aus der dänischen Runendatenbank finden sich hier.

Einen Eintrag in "Fund og Fortidsminder" habe ich nicht gefunden.

Über diesen Link finden sich zu dem Runenstein Informationen des Forschungsprojektes "Runes" der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.  


Århus 6

Listennummer : DR kein / DK MJy 101 


Transliteration:       ...s(i)...


Laut Lisbeth M. Imer (*1973, Runologin am Nationalmuseum Kopenhagen) wurde das Nationalmuseum im Jahr 2007 vom Moesgård Museum MOMU - kontaktiert, da ein dortiger Mitarbeiter ein Runensteinbruchstück im Magazin auffand, das überhaupt noch nicht als Runenstein registriert war. Es wurde aber bereits 1958 bei Aufräumarbeiten in der Krypta in der Liebfrauenkirche in Århus im Schutt gefunden. Die Inschrift - die nur zwei Runen aufweist - ist zu unvollständig für eine Deutung. Durch Runologen wird die Inschrift zeitlich in die Phase 970-1020 datiert. Alles weitere bleibt unbekannt.


Im Vorfeld zu dem 2016 erschienenen Buch von Lisbeth M. Imer (*1973, Runologin am Nationalmuseum Kopenhagen) "Danmarks Runesten - en fortælling" reiste sie mit dem Fotografen Roberto Fortuna zur Bestandsaufnahme durch die Lande. Dieser hat die Runensteine mit Schräglicht aufgenommen und darüber wirklich herausragende Fotos erzielt. Diese Fotografie stammt vom 26.10.2015.

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Die Informationen zu diesem Runenstein aus der dänischen Runendatenbank finden sich hier.

Einen Eintrag in "Fund og Fortidsminder" habe ich nicht gefunden.

Über diesen Link finden sich zu dem Runenstein Informationen des Forschungsprojektes "Runes" der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.  


Literaturhinweise für Århus:     

Hellmuth Andersen & J. Madsen, H. & H. (1966). Nygade i Århus, Kuml, 16, 7–30.

H. Hellmuth Andersen, P. J. Crabb und H. J. Madsen - Århus Süderwall Zusammenfassung, S. 274-286, in: Århus Søndervold - en byarkæologisk undersøgelse, Jysk Arkæologisk Selskab Skrifter, Band IX, 1971

Madsen, H. J. (1972). Vikingetidens og middelalderens keramik i Århus, Kuml 22, 123–138

H. Hellmuth Andersen - Århus in der Zeit von 900 bis 1200 n. Chr. - Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Vor- und Frühformen der europäischen Stadt im Mittelalter, Teil II, 1975, Philologisch-Historische Klasse, Dritte Folge, Nr. 84, S. 94-100

Andersen, H. H., Madsen, H. J., & Andersen, H. H. (1985). Byudgravning ved Århus Katedralskole, Kuml, 33, S. 35–96

Andersen, H. H., Madsen, H. J., & Andersen, H. H. (1985). Udgravninger i det gamle Vest-Århus, Kuml, 33, S. 97–110

Hans Skov u.a. - Udgravningerne i Århus Midtby 1994-97, KUML 1997, S. 227-294

AROS - das Århus der Wikinger - Hans Skov u.a., 2006, 123 Seiten, reich bebildert, DIN A4, Moesgård Museum

Else Roesdahl & David M. Wilson - The Århus rune-stones - in: Ed. Gammeltoft, Peder & Jørgensen, Bent. Names through the Looking-Glass. Festschrift in Honour of Gillian Fellows-Jensen. July 5th 2006. Navnestudier udgivet af Afdeling for Navneforskning. 39. København - 2006 - S. 208-229

Hans Skov - De første 200 årene. Det ældste Århus – ca. 770–1200, UBAS Nordisk 5 - 2008, S. 215-226

Lisbeth M. Imer - Runestenen fra Faaborg og de ældste danske runesten - Danefæ. Skatte fra den danske muld. Til Hendes Majestæt Dronning Margrethe 2., 2010, S. 149-154.


Hørning

Listennummer :     DR 58 / DK MJy 84 


Transliteration:     tuki : smiþr : riþ : stin : ift | þurkisl : kuþmutaR : sun : is : hanum | kaf : kul : uk : frialsi


Der Stein wurde 1849 vom Landwirt Jens Mortensen - das könnte dieser Herr gewesen sein - auf seinem Feld beim Pflügen gefunden. Hierzu heißt es in einem Bericht von Pfarrers Peder Mikkelsen Schinnerup (*29.02.1778 - †02.09.1859, Sognepræst in Blegind/Hørning 1833-1852 - link-LIVES) an das damalige Nationalarchiv in Kopenhagen (übersetzt): „Etwa 1/8 Meile rechter Hand des Hauptlandweges von Århus, bei der Bering Brücke, oben auf einer Böschung am Bach, der vom Solbjerg See kommt und vorbei an Aldrup, Ingerslev und Edslev Mühle fließt, wurde der Stein nicht ganz eine Furche tief unter der Erde gefunden.“  Nach meiner Wikipedia Recherche war eine vormetrische dänische Meile 7.532 Meter lang. Dann hätte eine 1/8 Meile der Länge von 941,5 m entsprochen.

Über das Portal "Historiske Kort" von Klimadatstyrelsen habe ich mich dazu mal nach einer historischen Landkarte von Hørning umgeschaut und fand diese hier.

Sie war zwischen 1816-1848 in Gebrauch (Erstmals 1778 gezeichnet) und hat den Maßstab 1:4000. Die Grundtsücke sind mit den Namen der Eigner versehen. In dem tortenstückförmigen Feld "3 a" von "Jens Mortensen" habe ich seinen Namen rot eingekreist. Der dickere, gelbe Streifen unterhalb auf der Karte war die damalige Landstraße aus/in Richtung Århus. Bei der Böschung am Bach (Århus Å)  ist am Kartenrand rechts oberhalb, so dass der Runenstein wohl irgendwo in der Gegend - von mir gelb umrandet - beim Pflügen zum Vorschein kam. Auf einer Karte im Maßstab von 1:4000 entspricht die Strecke von 1/8 Meile = 941,5 m dem Abstand von 23,54 Zentimetern.

Zunächst wurde er zu der Bering Brücke - meine grüne Markierung in der Karte - verbracht und kurz darauf mit Zustimmung des Eigentümers auf Veranlassung des Pfarrers Peder Mikkelsen Schinnerup in das Waffenhaus der Hørning Kirche geschafft - meine blaue Markierung - und dort aufgestellt. Es währte jedoch nicht lange, bis der Kirchengemeinderat meinte, er störe die Kirchgänger. Er wurde deshalb nun im Friedhofsbereich aufgestellt und schließlich, als er auch hier störte 1873 nach Århus überführt, wo er einen schönen Platz im Garten der Residenz der Domschule erhielt. Von hier wurde er 1881 an einen für die Runensteine ​​eingerichteten Platz außerhalb des neuen Museums verlegt. In dessen Runenhalle kam er dann 1891 mit all den anderen hier beschriebenen Runensteinen. Mit ihnen kam er dann auch 1970 in die Runenhalle des Forhistorisk Museum Moesgård  und mit Eröffnung im Jahre 2014 in das neue MoMu in Århus.  

Die Inschrift des Steines berichtet über das Sklaventum, wobei es zur damaligen Zeit sicherlich unzählige Sklaven in Dänemark gab. Es handelt sich allerdings um den einzigen nachweisbaren dänischen Sklavenstein. Dies ist jedoch nicht ungewöhnlich, da man Sklaven bestimmt nicht repräsentativ zu der Bevölkerungsschicht zählen darf, die Runensteine errichten ließ oder Runen ritzte. 

Der Schmied Toki könnte auch den Runenstein von Grensten errichtet haben, der folgende Inschrift trägt: 

                            Toki der Schmied errichtete diesen Stein zum Andenken

                            an Rifli, den Sohn von Æsgir Biorns Sohn.

                            Gott helfe seiner Seele. 

Allerdings waren der Name "Toki" und auch der Beiname "der Schmied" zur Wikingerzeit weit verbreitet gewesen.

Der Stein von Hørning trägt statt der christlichen Weiheformel des Grensten-Steines ein christliches Kreuz. Er wird von den Runologen in die Zeit von 970 bis 1020 datiert. Die Inschrift verfläuft in der sogenannten Konturanordnung, beginnt in der linken Linie von unten nach oben und geht dort in die am Rand verlaufende Linie über und nach unten geht's weiter. Die mittlere Linie wird von unten nach oben zum Kreuzzeichen hin gelesen und endet dort.


Die erste Veröffentlichung zu dem Runenstein wurde von Prof. Jens Jacob Asmussen Worsaae (*14.03.1821 - †15.08.1885, dänischer Archäologe und Vorgeschichtler - link-LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Fotografie zw. 1863-1900 von Fotograf Budtz Müller (*26.12.1837 -  †30.12.1884) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain 

in „Illustreret Almanak“, Kjobenhavn 1854, S. 85-88, abgegeben. Diesen Beitrag konnte ich kostenfrei als pdf-Datei über die Königlichen Bibliothek in Kopenhagen anfordern und darüber hier anbieten - Runestenen i Hørning ved Skanderborg.

Jens Jacob Asmussen Worsaae hat im Verlauf seiner Reisen diesen Runenstein auch gesehen und in seinem Notesbog X von 1850 auf der S. 34 diese Eintragungen vorgenommen.

       

Seine Notizbücher werden heute im Nationalmuseum in Kopenhagen, Antikvarisk-Topografisk Arkiv, aufbewahrt. Dort durfte ich am Dienstag, 27.09.2022, zu Gast sein und sie in Händen halten und fotografieren.  


Durch Carl Christian Rafn  (*16.01.1795 - †20.10.1864, Altertumsforscher - link LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Zeichner Magnus Petersen - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

war im Jahre 1856 in seinem Werk "Antiquités de l'Orient, monuments runographiques" auf der S. 203-204 eine kurze Abhandlung u.a. mit der Wiedergabe der Inschrift in Runenzeichen veröffentlicht worden. Ihm lagen dazu mehrere, mit großer Sorgfalt ausgeführte Zeichnungen des örtlichen Schulehrers Johansen (dort Lehrer von 1849-60) vor, die ihm vom damaligen Pfarrer in Hørning, Pastor Knud Peter Knudsen (*10.03.1811 in Reykjavik - †23.09.1884) Pfarrer in Hørning von 1852-1884 - link-LIVES), übermittelt wurden.

    Bildquelle: Trøst-Hansens sognekort - Nr. 3091Lizenz: Public Domain


Durch Rasmus Henrik Kruse (*07.08.1796 - †30.05.1877, Landschaftsmaler - link-LIVES - Heirat 21.12.1851)

    Bildquelle Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

wurde über diesen Runenstein in seiner handschriftlichen Abhandlung "Nørre Jyllands Mærkværdigheder i det 19. Aarh. Hs. Bd 1-2 (med) Tillæg 1-2" berichtet. Genaugenommen in seinem Nachtragsband Tillæg 2 von 1857 auf den S. 15-17 mit der Zeichnung "9".

                           

Dieses Kleinold wird heute im Nationalmuseum in Kopenhagen, Antikvarisk-Topografisk Arkiv, aufbewahrt. Dort durfte ich am Dienstag, 27.09.2022, zu Gast sein und die vier Bände in Händen halten und fotografieren.


Beide - Worsaae und Rafn - deuteten die Runen / die Inschrift aber nach Auffassung von George Stephens (*13.12.1813 - †09.08.1895, englischer Archäologe und Philologe)

Bildquelle: Minder fra min Virksomhed paa Arkæologiens Omraade fra 1845 til 1908 von Magnus Petersen (*04.09.1827 - †01.02.1917) auf der Seite 265 - Lizenz: Public Domain

fehlerhaft. In seinem Werk "The old-northern runic monuments of Scandinavia and England, Volume 1, 1866-67" hat er einen Bericht zu dem Runenstein verfasst - S. 348-50. Darin bringt er auch eine Zeichnung des Runensteins von Prof. Julius Magnus Petersen (*04.09.1827 - †31.01.1917, Archäologischer Zeichner und Restaurator - link-LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle: Fotografie von 1903 von Fotograf Marius Christensen (*24.06.1874 -  †25.06.1907) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

mit dem Zusatz "From p. 16 of R. H. KRUSE'S “Andet Tillæg” to his Jutlandic Antiquities, folio, Ms. in the Archives of the Old-Northern Museum, Cheapinghaven. Chemityped by J. M. Petersen", was ja soviel bedeutet, dass die ursprüngliche Zeichnung von Rasmus Henrik Kruse von Magnus Petersen als Chemitypie umgesetzt wurde.

George Stephens hat in seinem weiteren Band "The old-northern runic monuments of Scandinavia and England, Volume 3, 1884" auf der S. 146 noch einen Nachtrag zu dem Runenstein, der sich mit Untersuchungen anderer Wissenschaftler auseinandersetzt.

Im Jahre 1873 hatte nämlich der dänische Archäologe Vilhelm Christian Boye (*28.06.1837 - †22.09.1896 - Link-LIVES - Melderegister Kopenhagen - Bestattungsprotokoll - Artikel zur Person Boye) den Runenstein sorgfältig untersucht und George Stephens in Bezug zu dessen Lesung "kul" bestätigt (nicht kuq, wie andere annahmen). Boye wies aber auch darauf hin, dass zwischen dem i und dem a kein Zeichen steht, folglich kein H, und daher müsse es frials(i) und nicht frihals(i), wie George Stephens annahm, heißen.

Stephens verweist dann noch auf Boyes Artikel vom 01. Oktober 1873 in der Zeitung "Jyllandsposten", den ich doch tatsächlich im Internet digitalisiert fand.

Außerdem verweist George Stephens auch auf das Werk "Den nordiske kirkes grundlaeggelse og første udvikling, von Adolf Ditlev Jørgensen", 1878, S. 585-86. Dort wird auch ein kurzer Beitrag zu dem Runenstein von Hørning wiedergegeben (In der Fußnote über die zwei Seiten).


Zeichnungen von Prof. Julius Magnus Petersen finden sich in den beiden großen dänischen Runenwerken.

Prof. P. G. Thorsen (*07.08.1811 - †06.05.1883, Bibliothekar, Runenforscher und Historiker - link-LIVES - Artikel: Levnedsbeskrivelser af de ved Københavns Universitets Firehundredaarsfest promoverede Doktorer, Illustreret Tidende 1882, Nr. 1235 - vom 27.05.1833  /  Grabstein in Varde  /  Eheschließung in Varde am 19. August 1848)

    Bildquelle: Fotografie zw. 1863-1900 von Fotograf Budtz Müller (*26.12.1837 -  †30.12.1884) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

bringt die u.a. Zeichnung in seinem Buch  De danske runemindesmærker beskrevne og forklarede, anden Afdeling, Jyllands Runemindesmærker, I. Afbildninger, 1879  -  Nr. 55 - hier als Google Scan

In seinem Band II, Text, 1880, macht er auf den S. 153-154 Ausführungen zu diesem Runenstein.

P. G. Thorsens Nachlass (Bezeichnet als: P. G. Thorsens optegnelser, tegninger m.m. vedrørende runer og runemindesmærker - überführt aus der Kopenhagener Universitätsbibliothek 1929 - Gemäß Ministerialschreiben vom 04.03.1929; früher benannt als Additamenta 612 kvart) - befindet sich heute in der Königlichen Bibliotek unter NKS 3296 kvart (in mehreren einzelnen Pappschachteln). In der Pappschachtel Nr. 17 sollte eigentlich eine Zeichnung von Magnus Petersen aus dem Jahr 1869 verwahrt sein - leider Fehlanzeige.


Prof. Ludv. F. A. Wimmer (*07.02.1839 - †29.04.1920, Philologe und Runenforscher - link-LIVES - Politiets registerblade - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Fotografie zw. 1877-1900 von Fotograf Hansen & Weller  - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain 

berichtet über seine Forschungsergebnisse in seinem großformatigen Werk "De danske runemindesmærker undersøgte og tolkede af Ludv. F. A. Wimmer, Andet Bind, Runestenene i Jylland og på øerne. 1899-1901"  -  Nr. 56, S. 259ff. Er hat den Runenstein persönlich vor Ort am 11./12. August 1877, 11. Juli 1882 und nochmals am  07./08. Juli 1892 untersucht.

   

Die Zeichnung von Magnus Petersen wurde von Ludv. F.A. Wimmer vor der Veröffentlichung noch überarbeitet - siehe die Namenskürzel links und rechts am Fuß des Steins. 

Er hat seine jahrelangen Aufzeichnungen der "Kgl. Bibliotek" in Kopenhagen überlassen. Ein Verzeichnis darüber wurde 1915 in Buchform herausgegeben - "Collectio runologica Wimmeriana : Fortegnelse over Ludv. F. A. Wimmers runologiske o. a. Samlinger i Det kgl. Bibliotek". Es ist inzwischen auch als Digitalisat im Internet abrufbar.

In seinen Unterlagen in der Bibliothek befindet sich zu dem Runenstein von Hørning unter "III - Originaltegninger af de danske Runemindesmærker, udførte paa Undersøgelsesrejserne af Magn. Petersen og kontrollerede paa Stedet af Ludv. Wimmer, samt Prøvetryk af de paa Grundlag af de nævnte Tegninger, Aftryk o. s. v. til „De danske Runemindesmærker" udførte Afbildninger med Wimmers Rettelser

   

 unter der Nr. 67 diese Zeichnung von Magnus Petersen, die er auf den 11.08.1878 datiert hat und die ich bei meinem Besuch in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen am 27.09.2022 fotografieren durfte. 


Diese Aufnahme hat Erik Moltke (*04.04.1901 - †19.10.1984, Runologe, Historiker - link-LIVES) am 27.04.1931 aufgenommen.

    Bildquelle: Scan von Buchumschlag "Runerne i Danmark og ders oprindelse" - Erik Moltke - 1976 - Lizenz:  CC-BY-SA

 

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Johannes Brøndum-Nielsen (*02.12.1881 - †09.3.1977, Professor Dr. phil. für nordische Sprachen an der Universität Kopenhagen - link-LIVES)

    Bildquelle: Danske Studier 1978 - S. 5 - Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

stimmt 1933 in einem Beitrag in Nordisk Kultur VI, Runerne, auf der S. 136 mit Wimmer überein.


Durch Lis Jacobsen (*29.01.1882 - †18.06.1961, dänische Runologin und Archäologin -link-LIVES - Taufe - Melderegister - Hochzeit)

    Bildquelle: Wikipedia  -  Lizenz: Public Domain

 wurde in den "Aarbøger for nordisk oldkyndighed og historie" aus dem Jahr 1935 ein Aufsatz mit dem Titel "Syv Runestens-Tolkninger" auf den S. 169-224 veröffentlicht. Auf den S. 194-98 geht sie auf deisen Runenstein ein. Sie befasst sich vorwiegend mit der Bedeutung des Wortes "kul" in der Inschrift.


Auch diese Aufnahme hat Erik Moltke, nun allerdings im Jahr 1976 aufgenommen.

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Im Vorfeld zu dem 2016 erschienenen Buch von Lisbeth M. Imer (*1973, Runologin am Nationalmuseum Kopenhagen) "Danmarks Runesten - en fortælling" reiste sie mit dem Fotografen Roberto Fortuna zur Bestandsaufnahme durch die Lande. Dieser hat die Runensteine mit Schräglicht aufgenommen und darüber wirklich herausragende Fotos erzielt. Diese Fotografie stammt vom 26.10.2015.

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Hier noch ein Dia von diesem Runenstein, das ich am 10.08.1991 im Forhistorisk Museum Moesgård aufgenommen und durch abfotografieren am Leuchtpult selbst digitalisiert habe.

Das Foto im linken Frame habe ich bei meinem Besuch am Donnerstag, 04. Juni 2015, aufgenommen. Bei meinem letzten Besuch im Rahmen meiner 2022er Jütland Wikinger Tour am Mittwoch, 08.06.2022, habe ich diese neuen Fotos gemacht.

       


Die Informationen zu diesem Runenstein aus der dänischen Runendatenbank finden sich hier.

Der Eintrag in "Fund og Fortidsminder"

Über diesen Link finden sich zu dem Runenstein Informationen des Forschungsprojektes "Runes" der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.  


Am 07.11.2018 wurde im Fernsehkanal "ZDF Info" um 21.40 Uhr der 44-minütige Beitrag "Das Geheimnis des Wikingergrabs - Aufgedeckt – Rätsel der Geschichte" ausgestrahlt. Über die ZDF Mediathek ist diese ausgezeichnete britische Dokumentation nur noch bis 18.12.2018 abrufbar. Darin wird über das im November 2012 entdeckte Reitergrab von Fregerslev in Jütland berichtet. Die unter der regen Anteilnahme der Bevölkerung durchgeführte Ausgrabung der zweiteiligen Grabkammer fand zwischen dem 19.04. und dem 11.05.2017 unter der Leitung der Archäologin Merethe Schifter Bagge vom Museum Skanderborg statt. Die genauen Untersuchungen der gehobenen Artefakte dauern noch an. Es ist das erste Reitergrab auf dänischem Boden, das nach dem Fund von 1983 in Grimstrup bei Esbjerg entdeckt wurde.

In der TV Doku wird spekuliert, dass der Kammergrabkomplex, der um 950 n. Chr. datiert wird, möglicherweise für einen Getreuen von König Gorm der Alte und dessen Pferd angelegt wurde. Das eigentliche Reitergrab misst 4,5 x 2,9 m und ist nach Ost-West ausgerichtet. Darin fand sich u.a. ein aufwändig geschmücktes Pferdegeschirr - Artikel zu dessen Fund und Rekonstruktion - und Reste eines Sattels. Die reich verzierten Stücke sind meist aus vergoldeter Bronze. Also Schmuckstücke, mit denen man in der durch Silber geprägten Wikingerzeit nur sehr hoch gestellten Personen bedacht hat. Insgesamt fanden sich über 700 Metallobjekte, so auch ein Bündel von ca. 22-23 Eisenpfeile in einem Köcher aus Leder und Holz u.a.. In der daneben befindlichen Kammer fanden sich allerdings, wider Erwarten, keine Spuren eines menschlichen Körpers, noch nicht einmal Zähne. Die Archäologen nehmen an, dass der ursprünglich bestattete Körper einer hochgestellten Persönlichkeit aus seinem heidnischen Grab in eine christliche Grabstätte überführt wurde. So wie es wohl bei Gorm der Alte von Statten ging, der nach den bisherigen Forschungsergebnissen aus seiner Grabkammer im Nordhügel in die christliche Kirche umgebettet wurde, die ein Vorgängerbau der heutigen Kirche von Jelling war.

Man geht sogar noch einen Schritt weiter und stellt die konkrete Vermutung an, dass der hier behandelte Runenstein von Hørning den Namen dieses Gefolgsmannes von Gorm dem Alten trägt, nämlich den von "Thorgisl, der Sohn von Gudmund" (aufgestellt im Museum MOMU in Århus). Der Runenstein wurde von "Toki, dem Schmied", einem einstigen Sklaven, nach seiner Freilassung für seinen ehemaligen Herrn errichtet.

Die Ausschmückung des Runensteines mit einem christlichen Kreuzzeichen, die räumliche Nähe zwischen dem Fundort des Grabes und dem des 1849 auf einem Feld gefundenen Runensteines (nur ca. 1,5 km Entfernung) sowie die nahezu gleichzeitige Datierung stärken die Vermutung der Forscher.

Im Ergebnis wird in der Doku auch festgehalten, dass das Christentum den geistigen Wandel brachte, der letztlich zum Ende der Wikingerzeit führte.  

Einen kurzen Teaser zum zurückliegenden Grabungsprojekt kann man sich hier noch anschauen.

Die begleitende Internetseite ist auch noch unter www.vikingfregerslev.dk abrufbar und beinhaltet auch eine umfassende Fotogalerie (www.vikingfregerslev.dk/galleri).

Über diese Verlinkung kann man sich im Internet auf Youtube eine kurze 3D Animation des Reitergrabes anschauen. 

Am 11.06.2021 wurde durch Merethe Schifter Bagge vom Museum Skanderborg und von Anne Pedersen vom Nationalmuseum in Kopenhagen das Buch "Horse and Rider in the late Viking Age. Equestrian burial in perspective. Papers from a conference Skanderborg 27-28th of June 2019", 312 pages, ill., Aarhus University Press, 349,95 DKr, vorgestellt. Das Inhaltsverzeichnis kann hier online eingesehen werden. Aus Deutschland dürfte die Bestellung über den Anbieter "AntikMakler" am günstigsten sein - 54,00 € plus 3,98 € Versand.

Inzwischen hat man im Jahr 2021 - nur etwa 60 m von dem Reitergrab von Fregerslev entfernt - drei große Häuser vom Typ "Trelleborg" ausgraben können - siehe Artikel "Trelleborghuse i Fregerslev  - von Merethe Schifter Bagge". Dabei könnte es sich um den Häuptlingshof des Bestatteten von Fregerslev handeln.

Literaturhinweise:

Ryttergaven i Fregerslev - Merethe Schifter Bagge - Museum Skanderborg - Årbog 2015

Ryttergraven i Fregerslev – et uopklaret mysterium - Merethe Schifter Bagge - 2016 - in: Død og begravet – i vikingetiden / Seminar Universität Kopenhagen

Vikingen fra Fregerslev - om udgravningen af en sjælden ryttergrav - Merethe Schifter Bagge - Museum Skanderborgs Årbog 2017 - S. 7-18

De otte selesamlere fra ryttergraven i Fregerslev - Merethe Schifter Bagge - Arkæologi i Slesvig / Archäologie in Schleswig 17 - 2018 - S. 83-96

The extraordinary Chamber Grave from Fregerslev - Merethe Schifter Bagge - 2020 - in: Viking Encounters - S. 505-516

Vikingetidstekstiler. Nye opdagelser fra gravfundene I Hvilehøj og Hørning - Anne Hedeager Krag und Lise Ræder Knudsen - In: Nationalmuseets Arbejdsmark 1999, S. 159 – 170


Vejlby

Listennummer :  DR 69 / DK MJy 73 


Transliteration:  þuþkil : risþi : stn þansi : uftiR : tufa : mak : sin


Der Stein wurde erstmals durch Ole Worm (*13.05.1588 - †31.08.1654, Arzt, Universalgelehrter und der Begründer der Runologie) veröffentlicht. In seinem Werk "Additamenta ad Monumenta Danica" brachte er im Jahre 1650 einen Beitrag mit der Überschrift "Vedelbyense" (Seite 20) und auf der S. 21 diese Zeichnung des Runensteins von Laurids Christensen Bording (*10.02.1610 - †20.03.1675, Historiker), der ihn auf den damaligen Neufund aufmerksam gemacht hatte. Der Stein war nämlich beim Pflügen auf einem Acker südwestlich von Vejlby, nördlich von Århus, bei einem fast eingeebneten Hügel - „Grydhøy“ - gefunden worden. Aus dem Bericht von 1650 von Ole Worm kann man nicht schließen, ob sich der Stein bei oder auf dem Hügel befunden hatte. Der Bauer, der ihn gefunden hatte, zerbrach an ihm seinen eisernen Pflug. Deshalb barg er ihn sofort und brachte ihn zunächst zu seiner Scheune. Dort fertigte Laurids Christensen Bording diese Zeichnung, die einzige, die ihn noch komplett zeigt.

Dieses Werk "Additamenta ad Monumenta Danica" von Ole Worm findet sich heute auch noch in einem anderen Werk von ihm mit dem Titel "5Uney (Runir) seu Danica literatura antiqvissima" als Anhang.

Was es mit dem "Handabdruck" in dieser Zeichnung oberhalb der christlichen Kreuzritzung auf sich hat, habe ich erst nach gründlichem Studium meiner Literatur klären können.

Erik Moltke (*04.04.1901 - †19.10.1984, Runologe, Historiker - link-LIVES)

    Bildquelle: Scan von Buchumschlag "Runerne i Danmark og ders oprindelse" - Erik Moltke - 1976 - Lizenz:  CC-BY-SA

schreibt nämlich in seinem Werk "Jon Skonvig og de andre runetegnere. Et bidrag til runologiens historie i Danmark og Norge I-II, 1956-58, Band 2, in der Fußnote zur S. 142, dass es immer mal wieder vorkam, auch bei erfahrenen Runensteinzeichnern, dass sie etwas sahen, was tatsächlich nicht da war und führt dafür einige Beispiele an, so auch die "Hand" von Laurids Christensen Bording auf diesem Runenstein. Auf der S. 186 führt Moltke weiter aus, dass Laurids Christensen Bording neben der etwas ungenauen Kreuzzeichnung eine Hand sah, die auf dem Stein nicht zu finden sei.

Da der Stein über 200 Jahre verschwunden war und nach der Wiederfindung festgestellt wurde, dass die Qualität der Runenzeichen darüber gelitten hatte, mag ja an der Stelle früher vielleicht doch was da gewesen zu sein, das von Laurids Christensen Bording als Hand gedeutet wurde. Siehe dazu auch weiter unten der Beitrag von Neergaard.


In dem lateinischsprachigen Werk "Olai Wormii et ad eum doctorum virorum epistolae. Tomus II" aus dem Jahr 1751 findet sich auf der S. 856 ein Eintrag mit der Überschrift "DCCCX - Olaus Wormius - Laurentio Bordingio". Bei dem folgenden Text handelt es sich um einen Brief , den Ole Worm an Laurids Christensen Bording schrieb. Darin führt er u.a."...Vedelbyense Monumentum..." an und lobt ihn zu der Fundmeldung an ihn. Die Inschrift müsse bustrophed gelesen werden, schreibt er ihm dabei auch noch. und dass das deutlich signierte Kreuz auf das Christentum hinweise, wenn es gleichzeitig angebracht wurde, was er aber stark bezweifle.

Der Brief endet auf der folgenden Buchseite mit dem Datum 11. Januar 1643, woraus man schließen kann, dass der Runenstein kurz zuvor gefunden wurde, zumal er keinen Eingang in das 1643 erschienene, epochale Werk von Ole Worm - "Danicorum Monumentorum libre sex" mehr fand.

Dieser Brief findet sich auch aus dem Lateinischen in die dänische Sprache übersetzt bei "Breve til og fra Ole Worm, Band 2, 1637-1643, Nr. 622-1178, übersetzt von H. D. Schepelern, 1967" auf der S. 420-21 (S. 427-28 in der pdf Datei).

In dem Brief wird auch der o.a. Runensteinfund Århus 1 angesprochen.

Übersetzung (via Google - von mir dann noch überarbeitet):

An Laurits Bording in Aarhus. 11.1.1643. (Entwurf vom 15.1.).

Ihr Interesse und Ihr Fleiß bei der Beschaffung jener Dinge, die auf das Gemeinwohl, vor allem aber auf den Ruhm und die Ehre des Vaterlandes abzielen, kann ich nur loben, mein lieber Bording, und nicht zuletzt in diesem letzten Brief, den Sie mir gegeben haben Zeugnis davon. Der Vedelby-Stein gefällt mir sehr gut, denn er zeichnet sich dadurch aus, dass er, was die Inschrift betrifft, unbeschädigt ist. Das ziemlich deutlich markierte Kreuz weist auf das Christentum hin, wenn es aus der gleichen Zeit wie die Buchstaben stammt – was ich jedoch stark bezweifle. Zum Wort werde ich meine Meinung an anderer Stelle darlegen, da ich finde, dass Eid-Genosse als solche bezeichnet werden. Mit dem Aarhus-Stein werden wir nur schwer zurechtkommen, da es sich nur um ein Fragment handelt, bei dem der obere und untere Teil verloren gegangen ist. Die Schriftlinie und der Aufbau scheinen jedoch darauf hinzuweisen, dass es zu den älteren gehört, da es auf das zurückzuführen zu sein scheint, was die Alten βουστροφηδόν (egl. nannten. „Ochsenumkehr“, d. h. dass die Linien abwechselnd hin und her gehen wie eine Pflugaxt auf einem Feld), worüber siehe Kap. 25 in meinem Buch über die Runen. Wenn Sie etwas über den Ursprung, die Dekoration und die Gründungszeit des Aarhus Klosters erfahren, lassen Sie es mich bitte wissen. Zweifellos wird es in seinen Archiven Dokumente und andere Fälle geben, die darüber Aufschluss geben können, wenn nur die Gelegenheit gegeben wird, sie einzusehen. Wenn es der Gesundheitszustand des Bischofs (Morten Madsens) zulässt, könnte er Ihnen in dieser Angelegenheit vielleicht eine eindeutige Aussage machen. Leben Sie gut und verlassen Sie sich weiterhin auf Ihre Bemühungen, das Gemeinwohl zu fördern.

Kopenhagen, 11. Januar 1643.


Er gehörte dann zu den Runensteinen, die aufgrund eines königlichen Dekrets nach Kopenhagen übersandt werden sollten. 

Mit Datum vom 09.02.1652 erging nämlich die von Ole Worm initierte königliche Aufforderung zur Übersendung bestimmter Runensteine nach Kopenhagen hinaus ins Land. Der Text der Aufforderung hat sich bewahrt und findet sich inzwischen digitalisiert in der Nordisk Tidsskrift for Oldkyndighed, Band 1, 1832, S. 325. Dort findet man die für diesen Runenstein betreffende Passage: "...Jylland. Erik Roſenkrands til Havreballegaards Lehn; Vedelbye⸗Stenen...".

Auf dem Weg in die Hauptstadt ging der Stein jedoch verloren. Seitens Ole Worm oder der dänischen Regierung wurde die Aufforderung zur Übersendung der Runensteine nicht wiederholt, zumal 1654 in Kopenhagen die Pest wütete, die auch zum Tod von Ole Worm in diesem Jahr führte.   


Peder Hansen Resen (*17.06.1625 - †01.06.1688, Jurist und Historiker)

    Bildquelle: Wikipedia - Lizenz: Public Domain 

hat mit dem von ihm über 20 Jahre gesammelten Material das großartige Werk "Atlas Danicus", bestehend aus letztlich 39 Folianten, geschaffen. Nur geringe Teile wurden aber schon zu seiner Lebzeit gedruckt. Die Folianten wurden wenige Jahre nach seinem Tod 1692 an die Königliche Bibliothek Kopenhagen übergeben. Aufbewahrt wurden sie auf dem Dachboden der Trinitatis Kirche. Dort wurden sie fleißig studiert, abgeschrieben und zeitweise ausgeliehen. Leider wurde dann ein Großteil davon beim Kopenhagener Großbrand 1728 zerstört. Es hat sich neben einigen Originalseiten - siehe Arnamagnäanische Sammlung - AM 359 fol. / AM 360 fol. / AM 361 fol. und AM 362 fol. (digitalisiert) - nur eine (verkürzte) Abschrift und außerdem Kupferstiche von etwa 200 Städteansichten aus der Vogelperspektive erhalten. Originale dieser „AM 359/360/361 fol“ sind über die Universität Kopenhagen - Institut for Nordiske Studier og Sprogvidenskab (NorS) - AM 359 fol / AM 360 fol / AM 360 fol (Karten) / AM 361 fol - in sw abrufbar. Eine zweite (verkürzte) Ausgabe war von Vincent Lerche (*04.04.1666 - †28.07.1742, Jurist, Architekt) beauftragt worden, diese wurde aber beim Brand von Schloss Christiansborg im Jahr 1794 vernichtet.

In der Königlichen Bibliothek Kopenhagen wird seit 1803 in der Sammlung Uldall (186 folio) diese einzige verbliebene Ausgabe, die in den 1750er Jahren durch den Hofbaumeister Laurids de Thurah (*04.03.1706 - 06.09.1759) aus verstreuten Resten des Atlas Danicus in 7 Bänden rekonstruiert worden war, aufbewahrt:

"P. J. Resenii Atlas Danicus s. Descriptio Regni Daniæ, continens tabulas accuratissimas Daniæ geographicas etc. 7 Voll. (Dette Exemplar har tilhørt Geheimeraad Grev A.G. Moltke, og er det eene af de 2 reenskrevne Exemplarer, som haves af dette Værk, hvorom Kof. Ancher handler i sin Lovhistorie T. 2 pag. 384-392. Deri er mange Tegninger over Øerne, Stæderne og Monumenter)." 

Wie diesem Titel zu entnehmen ist, gehörte dieses Exemplar vormals Adam Gottlob Graf von Moltke (*10.11.1710 - †25.09.1792, Staatsmann, Diplomat). Nach dessen Tod erwarb Herman Treschow (*11.12.1739 - †02.05.1797, Professor für Theologie, Pfarrer) diese Ausgabe. Peter Uldall (*29.06.1743 - †11.11.1798, Jurist, Theologe) wiederum kaufte sie  für 170 Rigsdaler (Rigsdaler zu 24 Skilling - damals 1 ½ Mark) nach dessen Ableben. Er hatte aber nicht lange Freude daran, denn er starb ein Jahr später an einem Schlaganfall. Sein Sohn, Justizrat W. A. Uldall, schenkte diese Ausgabe der Kgl. Bibliothek im Jahr 1803, wo dieses großartige Werk noch heute verwahrt wird (Ein Band hat übrigens die Größe H/B/D von 40 cm x 29,5 cm x 9,5 cm).

Im Atlas VI. ist auf der Seite 565 ein Eintrag / Zeichnung vom Runenstein enthalten, die ich am 28.09.2022 vor Ort fotografieren durfte.

             

Auf der hier gezeigten zeichnerischen Abbildung wird aber weder das "Kreuz" noch die "Hand" wiedergegeben!

Übersetzung des lateinischen Textes - unter Zuhilfenahme von "Resens Atlas, Århus Stift, udgivet med dansk tekst ved Helge Søgaard, 1967, S. 117":

"Das Dorf Vejlby liegt kaum eine Meile von Aarhus entfernt. Auf einem Feld befand sich einst ein Hügel namens Brydhøj, der vom Bauern, dem das benachbarte Feld gehörte, fast eingeebnet wurde. Während der Bauer damit beschäftigt war, die Erde umzugraben, stieß er auf einen mit Erde bedeckten Stein, 2 ½ Ellen lang, 1 ½ breit und 2 Viertel dick, einen Block aus gewöhnlichem Stein, auf einer Seite flach und mit Inschriften versehen, den er sorgfältig nach Hause fuhr und vor seiner Gartentür aufstellte. An derselben Stelle steht er noch immer. Darauf sind diese Worte in Runen geschrieben: Thurkil risdi sten densi uftir Tufa mag Sin. Im Anhang zu Monumenta Danica, S. 21, übersetzt Worm es wie folgt: Thorkil hat diesen Stein zum Gedenken an seinen Kameraden Tufa errichtet. Hier ist ein Bild."


In dem Buch von Johan Gustav Liljegren (*27.02.1791 -02.06.1837, schwedischer Nationalarchivar und Archäologe)

    Bildquelle:  Schwedisches Reichsarchiv - Lizenz: Public Domain

mit dem Titel Run-urkunder von 1833, S. 170, findet sich unter "1496" ein kurzer Eintrag zur Inschrift dieses Runensteins.


Carl Christian Rafn  (*16.01.1795 - †20.10.1864, Altertumsforscher - link LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Zeichner Magnus Petersen - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

hat in seinem Werk von 1856 "Antiquités de l'Orient, monuments runographiques" die Inschrift auf der S. 207 als Runenzeichen so wiedergegeben:


Rasmus Henrik Kruse (*07.08.1796 - †30.05.1877, Landschaftsmaler - link-LIVES - Heirat 21.12.1851)

    Bildquelle Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

berichtet über seine erfolglose Suche nach diesem Runenstein in seiner handschriftlichen Abhandlung "Nørre Jyllands Mærkværdigheder i det 19. Aarh. Hs. Bd 1-2 (med) Tillæg 1-2". Genaugenommen in seinem Nachtragsband Tillæg 2 von 1857 auf der S. 11.

             


Erst 1859 tauchte der Runenstein plötzlich wieder auf. Er war bei Instandsetzungsarbeiten im Bollwerk des Hafens von Århus gefunden worden. Dazu gibt es einen auf den 29. April 1859 datierten Brief des Geographen Edvard Erslev (*13.12.1824 - †01.01.1892 - link-LIVES - Grabstein)

    Bildquelle:  Fotografie ca. 1877 von Hansen & Weller - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

 an Prof. Jens Jacob Asmussen Worsaae (*14.03.1821 - †15.08.1885, dänischer Archäologe und Vorgeschichtler - link-LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Fotografie zw. 1863-1900 von Fotograf Budtz Müller (*26.12.1837 -  †30.12.1884) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain 

Darin schreibt er, dass es ihn erfreue ihm mitteilen zu dürfen, dass Premierleutnant Frederik Vilhelm Ferdinand Frederiksen (*15.02.1820 - †29.04.1886 - link-LIVES - Vom 12.01.1874 bis zu seinem Tod Brandinspektor/Chef der Feuerwehr in Odense) des 3. Dragoner-Regimentes

    Bildquelle: Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

einen Runenstein im Hafenbereich von Århus gefunden hätte. Erslev schloss diesen Brief mit dem Wunsch, dass Worsaaes Sommerreise deshalb nach Århus führen könne. Wenige Tage später, am 05. Mai 1859, schrieb ihm der Weinhändler Niels Holm Fulling (*08.02.1811 - †25.02.1882 - link-LIVES - Bestattungsprotokoll Kopenhagen) aus Århus einen weiteren Brief zu dem Steinfund. Beide Briefe haben sich im Nationalarchiv in Kopenhagen erhalten.

Vom Weinhändler Niels Holm Fulling wurde auch ein Bericht in der Kopenhagener Zeitung "Dagbladet" in der Ausgabe vom 05.05.1859 mit dem Titel "Runestenen i Aarhuus" - auf der S. 2 (3. Spalte unten / vierte Spalte oben) -  veröffentlicht.

 

Was die Briefeschreiber dabei nicht ahnten, war der Umstand dass es sich bei "ihrem" Fund um den bereits bekannten, vor langer Zeit verschwundenen Runenstein von Vejlby handelte. 

Aufgrund des Berichtes von 1650 von Ole Worm ist überliefert, dass der Stein ursprünglich etwa 150 cm hoch war. Nun war der unterste, inschriftlose Teil abgeschlagen und die ehemals tief eingeschlagenen Runen nur noch schlecht erkennbar. Der Stein kam daraufhin 1861 in die Altertümersammlung und wurde beim Rathaus von Århus aufgestellt, bis er 1881 zum Runensteinplatz vor das Århus Museum kam. Danach kam er 1891 in die Runenhalle des Museums. Mit den anderen hier erwähnten Runensteinen kam er dann 1970 in die Runenhalle des Forhistorisk Museum Moesgård und mit Eröffnung im Jahre 2014 in das neue MoMu in Århus.  

Die Runeninschrift wird durch die Runologen in die Zeit von 970 - 1020 datiert. Sie verläuft in zwei senkrechten Linien und wird bustrophed (Wechselnde Schreibrichtung) von links unten im Bogen nach rechts unten gelesen. Rechts neben der Inschrift findet sich unten ein christliches Kreuzzeichen, das vermutlich zur gleichen Zeit eingeritzt wurde. 


In der 1875 erschienen Ausgabe von J.P. Trap (*19. September 1810 - †21. Januar 1885, dänischer Kabinettssekretär und topografischer Autor - link-LIVES - Bestattungsprotokoll

    Bildquelle: Wikipedia  -  Lizenz: Public Domain

 mit dem Titel "Statistisk-topographisk beskrivelse af kongeriget Danmark - Volume 5" findet sich auf der S. 601 ein Eintrag zur Gemeinde "Vejlby" mit statistischen Daten, der auch den Runenstein mit einem Satz kurz erwähnt.


Zeichnungen von Prof. Julius Magnus Petersen (*04.09.1827 - †31.01.1917, Archäologischer Zeichner und Restaurator - link-LIVES - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle: Fotografie von 1903 von Fotograf Marius Christensen (*24.06.1874 -  †25.06.1907) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

 finden sich in den beiden großen dänischen Runenwerken.

Prof. P. G. Thorsen (*07.08.1811 - †06.05.1883, Bibliothekar, Runenforscher und Historiker - link-LIVES - Artikel: Levnedsbeskrivelser af de ved Københavns Universitets Firehundredaarsfest promoverede Doktorer, Illustreret Tidende 1882, Nr. 1235 - vom 27.05.1833  /  Grabstein in Varde  /  Eheschließung in Varde am 19. August 1848)

    Bildquelle: Fotografie zw. 1863-1900 von Fotograf Budtz Müller (*26.12.1837 -  †30.12.1884) - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain

bringt dessen u.a. Zeichnung in s einem Werk De danske runemindesmærker beskrevne og forklarede, anden Afdeling, Jyllands Runemindesmærker, I. Afbildninger, 1879  -  Nr. 52 - hier als Google Scan

In seinem Band II, Text, 1880, macht er auf den S. 147-148 schriftliche Ausführungen zu diesem Runenstein.

P. G. Thorsens Nachlass (Bezeichnet als: P. G. Thorsens optegnelser, tegninger m.m. vedrørende runer og runemindesmærker - überführt aus der Kopenhagener Universitätsbibliothek 1929 - Gemäß Ministerialschreiben vom 04.03.1929; früher benannt als Additamenta 612 kvart) - befindet sich heute in der Königlichen Bibliothek unter NKS 3296 kvart (in mehreren einzelnen Pappschachteln). In der Pappschachtel Nr. 17 wird diese Zeichnung von Magnus Petersen, datiert auf den 12.10.1869, verwahrt und die ich bei meinem Besuch in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen am 27.09.2022 fotografieren durfte.

Er bringt in einem Textbeitrag rechts mittig auf dem Blatt die Notiz (übersetzt): "Früher in Veilby, verschwunden und wiedergefunden in der Anlage des neuen Hafens (über Hr. Consul Mörks Mitteilung).

Bei diesem "Consul Mörks" handelt es sich um Johannes Magnus Mørk (*20.3.1827 - 17.6.1889, Kaufmann, Politiker und Redakteur - Bis 1864 preußischer Konsul - link-LIVES - Bestattungsprotokoll Kopenhagen - Grabstätte)

    Bildquelle: Aarhus Wiki - Lizenz: Public Domain / Literaturhinweis zur Person: Konsul J. M. Mørk - Aarhus Handelsforenings første formand - von Emanuel Sejer - S. 103 - 116 (ab S. 102 ff. in der pdf-Datei)

Am oberen Rand hat er die Zeichnung mit einem Nachtrag, datiert auf den 14.09.1870, versehen - für ihn sehr ungewöhnlich. Darin erklärt Magnus Petersen, dass er das erste Wort der Inschrift nun anders, nämlich als "Þuþkil", deutet. Von der aus früheren Abbildungen bekannten Hand erkenne er keine Ritzungen mehr, ergänzt er noch am Ende dieses Textes und verweist auf die separate Darstellung dieser Stelle am rechten Rand des Blattes.

   

In der Schachtel mit der Nummer 7 findet sich in Thorsens Nachlass außerdem noch diese Notiz von ihm selbst, die er auf den 25.Juni.1838 datiert hat. E gibt darauf die Zeichnung von Laurids Christensen Bording und seine Überlegungen zu dem Stein / der Inschrift wieder.


Prof. Ludv. F. A. Wimmer (*07.02.1839 - †29.04.1920, Philologe und Runenforscher - link-LIVES - Politiets registerblade - Bestattungsprotokoll)

    Bildquelle:  Fotografie zw. 1877-1900 von Fotograf Hansen & Weller  - Det Kgl. Biblioteks billedsamling - Lizenz: Public Domain 

berichtet über seine Studien in seinem großformatigen Werk "De danske runemindesmærker undersøgte og tolkede af Ludv. F. A. Wimmer, Andet Bind, Runestenene i Jylland og på øerne. 1899-1901"  -  Nr. 60, S. 279ff. Er hat den Runenstein persönlich vor Ort am 12./13. August 1877, 11. Juli 1882 und nochmals am  07./08. Juli 1892 untersucht.

       

Die Zeichnung von Magnus Petersen wurde von Ludv. F.A. Wimmer vor der Veröffentlichung noch überarbeitet - siehe die Namenskürzel links und rechts am Fuß des Steins.

Er hat seine jahrelangen Aufzeichnungen der "Kgl. Bibliotek" in Kopenhagen überlassen. Ein Verzeichnis darüber wurde 1915 in Buchform herausgegeben - "Collectio runologica Wimmeriana : Fortegnelse over Ludv. F. A. Wimmers runologiske o. a. Samlinger i Det kgl. Bibliotek". Es ist inzwischen auch als Digitalisat im Internet abrufbar.

In seinen Unterlagen in der Bibliothek befindet sich zu dem Runenstein von Vejlby unter "III - Originaltegninger af de danske Runemindesmærker, udførte paa Undersøgelsesrejserne af Magn. Petersen og kontrollerede paa Stedet af Ludv. Wimmer, samt Prøvetryk af de paa Grundlag af de nævnte Tegninger, Aftryk o. s. v. til „De danske Runemindesmærker" udførte Afbildninger med Wimmers Rettelser

   

 unter der Nr. 72 diese Zeichnung von Magnus Petersen, die er auf den 13.08.1878 datiert hat und die ich bei meinem Besuch in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen am 27.09.2022 fotografieren durfte. 


Museumsinspektor und Archäologe Carl Peter Neergaard (*05.07.1869 - 30.04.1946 - link-LIVESPolitiets registerblade)

    Bildquelle: Furesø Museer  -  Lizenz: Public Domain

hat den Artikel "Vejlby Sogn i Oldtiden", S. 230-256 (ab S. 237 in der pdf-Datei), im Århus Stifts Årbog 1931 verfasst - Historisk Samfund for Århus Stift. Darin geht er über mehrere Seiten ausführlich auf die Geschichte des Runensteins von Vejlby ein. Er führt auch aus, dass es ihm so scheint, als wäre ein Stück vom Stein, das ursprünglich die "Hand" - siehe obige Ausführungen - enthielt, inzwischen abgebrochen sei.


Erik Moltke (näheres zur Person siehe oben) hat den Runenstein am 27.04.1931 und sicherlich auch im Jahr 1976 fotografiert. Allerdings finden sich komischerweise diese Fotografien nicht in der Digitale Sammlung des Nationalmuseums in Kopenhagen.


Im Vorfeld zu dem 2016 erschienenen Buch von Lisbeth M. Imer (*1973, Runologin am Nationalmuseum Kopenhagen) "Danmarks Runesten - en fortælling" reiste sie mit dem Fotografen Roberto Fortuna zur Bestandsaufnahme durch die Lande. Dieser hat die Runensteine mit Schräglicht aufgenommen und darüber wirklich herausragende Fotos erzielt. Diese Fotografie stammt vom 26.10.2015.

Digitale Sammlung des Nationalmuseums Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Hier noch ein Dia von diesem Runenstein, das ich am 10.08.1991 im Forhistorisk Museum Moesgård  aufgenommen und durch abfotografieren am Leuchtpult selbst digitalisiert habe.

Das Foto im linken Frame habe ich bei meinem Besuch am Donnerstag, 04. Juni 2015 aufgenommen. Bei meinem letzten Besuch im Rahmen meiner 2022er Jütland Wikinger Tour am Mittwoch, 08.06.2022, habe ich diese neuen Fotos gemacht.


Die Informationen zu diesem Runenstein aus der dänischen Runendatenbank finden sich hier.

Einen Eintrag in "Fund og Fortidsminder" habe ich hier gefunden - Fundort des Runensteins.

Über diesen Link finden sich zu dem Runenstein Informationen des Forschungsprojektes "Runes" der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.