Spentrup 1

 

Listennummer : DR 119 / DK MJy 50  

 


Navidaten: 56.54005 10.033183 oder: , Hastrupvej 1, 8981 Spentrup


Transliteration:  ... | þasi : run-... | ...ki : lifa :



Bei der Restauration der Kirche von Spentrup im Jahre 1884 wurde das Bruchstück dieses Runensteines entdeckt. Es war zu einem Quader zurechtgehauen und in der nordöstlichen Ecke des Kirchenschiffs, unmittelbar über dem Sockel, als Eckstein der untersten Steinschicht eingesetzt gewesen. Die Inschriftseite war nach innen gewandt, so dass er nicht früher entdeckt worden war. Er wurde nach seiner Entdeckung im Kirchhof abgelegt, da sich der Pfarrer, Probst J.V. Hansen, gegen eine Aufbewahrung in der Kirche ausgesprochen hatte. Ludv. F. A. Wimmer, der den Runnestein 1892 im Freien vorfand regte aus konservatorischen Gründen eine Übergabe an das Nationalmuseum in Kopenhagen oder das Museum Randers an. Irgendwann wurde er aber doch in der Kirche in Spentrup aufgestellt, wo er sich noch heute findet.

Im Nationalarchiv in Kopenhagen wird die schriftliche Fundmitteilung vom 21.07.1884 mit einer Zeichnung verwahrt. Die Inschrift wird von den Runologen auf die Zeit von 970 - 1020 datiert. Die bruchstückhafte Inschrift verläuft in zwei Runenbändern und wird in dem diagonalen Band von oben nach unten und in dem waagrechten Band von rechts nach links gelesen.

Außer der Inschrift ist auf der gleichen Seite auch eine stilisierte Schiffsdarstellung eingeritzt worden. Das Schiff ist von der Mastspitze bis zum Kiel 29 cm und vom Mast zum Vorsteven 30,5 cm lang.

Die Kirche ist normalerweise Montags-Samstags zwischen 08.00 und 16.00 Uhr geöffnet (ohne Gewähr!).

Der Runenstein Spentrup 2 (Jennum-Stein) befindet sich im Kulturhistorischen Museum in Randers.


Bei meinem Besuch am 26.08.2016 - ein normaler Freitag - war die Kirche leider geschlossen, sodass ich nur Fotos der Kirche von außen machen konnte:

   


In dem Runenwerk von Ludv. F. A. Wimmer (*07.02.1839 - †29.04.1920, Philologe und Runenforscher), De danske runemindesmærker undersøgte og tolkede af Ludv. F. A. Wimmer, Andet Bind, Runestenene i Jylland og på øerne. 1899-1901  -  Nr. 21, S. 130ff. findet sich diese Zeichnung von Magnus Petersen (*04.09.1827 - †01.02.1917, Archäologischer Zeichner und Restaurator), die ich hier wiedergeben möchte - eigene Scans aus der in meinem Besitz befinlichen Ausgabe:

Ludv. F. A. Wimmer hat den Runenstein persönlich vor Ort am 12. Juli 1892 untersucht.   

Außerdem hat Ludv. F. A. Wimmer in seinem Werk auf S. 132 diese Zeichnung veröffentlicht, die seine Idee wiedergibt, wie der Stein vielleicht einmal ausgesehen haben könnte, bevor er leider zum Baustein zerschlagen wurde.

Ludv. F. A. Wimmer führt aus, dass der Stein für ihn Ähnlichkeit mit dem schwedischen Runenstein von Tullstorp/Schonen (DR 271) hat.

Quelle: Wikimedia Commons - Jorchr - Lizenz: CC BY-SA 4.0

Andere dänische Runensteine mit Schiffsdarstellungen finden sich in Hørdum, Farsø, Hjermind und Sønder Kirkeby.


Der dänische Runologe Erik Moltke hat diese sw Aufnahme am 14.07.1930 gefertigt.

Quelle: Digitale Sammlung des Nationalmuseums in Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Im Vorfeld zu dem 2016 erschienenen Buch von Lisbeth M. Imer (*1973, Runologin am Nationalmuseum Kopenhagen) "Danmarks Runesten - en fortælling" reiste sie mit dem Fotografen Roberto Fortuna zur Bestandsaufnahme durch die Lande. Dieser hat die Runensteine mit Schräglicht aufgenommen und darüber wirklich herausragende Fotos erzielt. Diese Fotografien stammen vom 08. März 2012.

Quelle: Digitale Sammlung des Nationalmuseums in Kopenhagen - Lizenz: CC-BY-SA


Den Eintrag zu diesem Runenstein aus der dänischen Runen Datenbank im Internet kann man hier abrufen.

Die Informationen in "Fund og Fortidsminder" zu dem Runenstein finden sich hier. Darin ist inzwischen dieser Zustandsbericht des Steinrestaurators Leif Vognsen aus dem Jahr 2018 eingebettet.

Über diesen Link finden sich zu dem Runenstein Informationen des Forschungsprojektes "Runes" der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.


Über die Webseite von www.biopix-foto.de kann man ein Foto dieses Runensteins mit gelb nachgezeichneten Runen anschauen, was natürlich eine deutlich verbesserte Ansicht darstellt, auch wenn die Runen im Vergleich zu anderen Runensteinen eigentlich gut lesbar sind.